Archiv für April 2008

Tulpe auf Weltreise

Der WolfsbrunnenAbend am 18. April 2008 war ein fröhliches Zusammenkommen der Freunde des Wolfsbrunnens und zahlreicher Gäste um das Thema „Tulpe“, ganz der Jahreszeit gemäß…

Frau Tschira gewährte dem Freundeskreis in ihrem neuerbauten Museum am Ginkgo, Schlosswolfsbrunnenweg 46, nicht nur großzügig Asyl für den Abend, im wunderschönen Ambiente des großen Ausstellungs- und Veranstaltungsraums des Museums, sondern sorgte auch dafür, dass der Raum, zum Thema passend mit vielen bunten Tulpen geschmückt war.

dsc01377-3-270.JPG

Frau Dr. H. Schweinfurth-Marby nahm die versammelte Hörerschaft mit auf eine Weltreise auf den Spuren der Tulpe, ausgehend von ihrem Ursprungsort in Zentralasien, durch Persien, nach Konstantinopel. Ausgeschmückt mit vielen amüsanten Geschichten und voller sachbezogener Kommentare wurde die Tulpe weiterbegleitet auf ihrer Wanderung durch ganz Europa, vor allem nach Holland, und schließlich in die ganze Welt.

dsc01390-3-270.JPG

Der zeitliche Rahmen war umfassend, konzentrierte sich jedoch auf das 16., 17. und 18. Jahrhundert, als Tulpen als ausgesprochen seltene orientalische Schönheiten galten, im osmanischen Reich die Tulpenära, die lale devri, gelebt wurde, während im Goldenen Zeitalter in den Niederlanden die Tulpomanie ausbrach, die Tulpe zum Spekulationsobjekt wurde und den ersten Börsencrash verursachte.

dsc01400-3-233.JPG

Die besondere Rolle der Tulpe in der Entstehung der Kunstform der Stillleben wurde ebenso illustriert, wie die Vielfalt der Tulpen in den letzten vierhundert Jahren. Die Geschichte der Tulpen im 21. Jahrhundert und ihre computergesteuerte Aufzucht zu Milliarden von Schnitttulpen und Tulpenzwiebeln zum Verkauf in die ganze Welt, beendeten den Vortrag.

dsc01432-1-311.JPG

Der Aufforderung der Vortragenden an die Zuhörer, mit einer kleinen Spende dazu beizutragen, das Wolfsbrunnental mit Tulpen zu bepflanzen, wurde großzügig Folge geleistet. Im September, bei Vollmond, sollen die Zwiebeln gesetzt werden, wie es ein englisches Tulpenbuch des 18. Jahrhunderts empfiehlt.

Er ist’s

Einladung Mitgliederversammlung
8. Mai 2008, 19.00 h
Bürgerhaus, Schlierbacher Landstraße 130

dsc_0260-495.jpg

:: Er ist’s ::
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
-Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Liebe Mitglieder des Freundeskreises,
liebe Freunde der Wolfsbrunnen-Anlage,

der Frühling von Eduard Mörike ist unterwegs, in diesem Jahr sehr zögerlich. So ist genügend Zeit und Raum, an der Hoffnung auf wunderbare Stunden des Genießens im Tal des Schlierbaches zu arbeiten. - Möge sie in Erfüllung gehen.

Und wie im letzten Jahr, fast zur gleichen Zeit, wollen wir uns zusammensetzen, um das Vereinsleben revue passieren zu lassen – mit allen Fakten, Freuden und Leiden, so wie es unsere Satzung vorsieht.

Aber das Gestern hat auch ein Heute und ganz sicher auch ein Morgen… und das sollte ebenso Thema des Abends sein, zu dem ich Sie herzlich einlade.

Tagesordnung:

1. Begrüßung
2. Genehmigung der Tagesordnung
3. Bericht der Vorsitzenden
4. Anträge *)
5. Kassenbericht
6. Kassenprüfung
7. Entlastung des Vorstandes
8. Neuwahl der Kassenprüfer für 2009
9. Vorschau 2008: Veranstaltungen, Haushalt
10. Verschiedenes
*)Anträge sind bis zum 1.Mai 08 an die 1.Vorsitzende schriftlich einzureichen.

Bis dahin wünsche ich
frohes Schaffen

Kathrin Rating

Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.
Der Verein mit dem besonderen Engagement

:: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: ::

Die Tulpe: zwiebelige Geschichten

tulpefarbe-495.jpg

Sie steht in unseren Frühjahrsgärten, als wäre sie immer schon da gewesen: die Tulpe. Dabei tut sie das erst seit gut 450 Jahren. Seit ihrer Ankunft, zusammen mit anderen Frühlingsblühern, veränderte sie die Gartenkultur, begeisterte sie Botaniker und Sammler und verführte sie holländische Pfeffersäcke zu abenteuerlichen Spekulationen. In der bildenden Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts wurden Tulpenbücher und Florilegien erstellt, das Stillleben erfunden; Silberschmiede gossen sie zu kostbaren Tischdekorationen und sie erblühte auf Textilien. Aus Istanbul nach Europa gebracht, kehrte sie im 18. Jahrhundert verändert nach dort zurück und erlebte eine Renaissance in der lale devri, der Tulpenära. Die Geschichte der Tulpe war immer abwechslungsreich und spannend - bis heute als Gartenpflanze, als Schnittblume und als inspirierende Muse.

Wir laden Sie herzlich ein zu unserem Vortrag
„Die Tulpe: zwiebelige Geschichten – der Weg aus Zentral-Asien über die ganze Welt“ von Dr. Heidrun Schweinfurth-Marby

18. April 2008, 19.30 Uhr
Museum am Ginkgo
Schloß-Wolfsbrunnenweg 46
Heidelberg

Wir sind dabei!

Der Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V. beteiligt sich am Heidelberger Frühjahrsputz. Vom 12. bis 19. April dauert die Säuberungsaktion und alle sind von der Stadt aufgefordert mitzumachen: Familien, Kindergärten, Schulen, Behörden und Firmen, Stadtteilvereine sowie Sport- und Freizeitvereine.

Wir sind dabei und treffen uns am Samstag, 12. April, um 12.00 Uhr an der Gaststätte „Zum Wolfsbrunnen“. Die Ausrüstung stellt die Stadt – Müllsäcke, Handschuhe, Zangen…

dsc_0237-495.jpg

Und los geht’s! In einer Stunde wollen wir fertig sein. Und das schaffen wir auch; denn unser Vereinsgelände ist gut gepflegt, da wir bei den monatlichen Arbeitseinsätzen auch immer ein wachsames Auge auf „missliebige Objekte“ haben.

Nach der Pflicht die Kür bei Kaffee und Kuchen, Brunnengesprächen und Naturgenuss - ganz nach Art des Freundeskreises.

Die „Frühjahrs-Putzkolonne vom Wolfsbrunnen“ freut sich auf Ihre Unterstützung und Gesellschaft – seien Sie mit uns dabei!

Übrigens: die Stadt bedankt sich bei allen Mitputzern - männlich & weiblich - mit einem kleinen Geschenk. Und wenn Sie mehr über die Aktion wissen möchten, schauen Sie auf unsere Link-Tipps.

Kräuter am Wolfsbrunnen

Das fällt einem nicht gleich auf! Wenn schon das Gasthaus – leider! – noch auf weitere Zeit geschlossen ist, so bietet das Wolfsbrunnental doch ein natürliches lukullisches Angebot, das überrascht und kostenlos zu haben ist: Würzige Kräuter, jetzt im zeitigen Frühjahr vor ihrer Blüte geerntet, überraschen durch ihr breites Spektrum an Geruch und Geschmack. „Da schmecken ja die grünen Kräuter vom Markt für die ‚Frankfurter Grüne Soße’ direkt fad gegenüber denen, die wir heute hier gesammelt haben“, meinte ein Teilnehmer.

cimg7036-495.jpg

:: Bild groß ::

Mit dem Biologen Rüdiger Becker, unterstützt von Sohn Leander, führte ein sachkundiger Kenner durch das Gelände. Er zeigte den Teilnehmern die Arten, nannte die richtige Bezeichnung, ließ sie die Blätter zerreiben, riechen und schmecken. Manchmal ist es gar nicht einfach, den sinnlichen Eindruck zu benennen: Klar – Bärlauch hat eine deutliche Knoblauchnote, aber Mädesüß? Wir einigten uns auf „Bubble-Gum“.

cimg7045-495.jpg

Inzwischen wurden vor dem Eiskeller Kartoffeln und Eier abgekocht. Nach dem Rundgang wurden die gesammelten Kräuter gewaschen, sehr fein mit dem Wiegemesser zerkleinert und mit Joghurt, saurer Sahne und den fein gehackten Eiern gemischt, mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt und mit den Pellkartoffeln vor dem Eiskeller verspeist. Da blieb nichts übrig und mancher Teller wurde abgeschleckt.

cimg7057-495.jpg
Rüdiger und Leander Becker (Bildmitte)
……………………………………………………………………………………………………………………………………

Dass solch eine „Wolfsbrunnen-Sauce“ auch zu Lamm, Fisch oder gekochtem Rindfleisch passt, da stimmten wir Rüdiger Becker zu. Einig waren wir uns auch, dass dieser „Kräuterspaziergang um den Wolfsbrunnen“ zu einer Tradition des Freundeskreises werden wird.

Sie wollen wissen, was wir gesammelt und gegessen haben?

cimg7061-495.jpg

Scharbockskraut, Giersch, Sauerklee, Löwenzahn, Bärlauch, Brunnenkresse, Taubnessel, Brennnessel, Mädesüß, Wiesenschaumkraut, Bärenklau.

Ach ja, vorher wurde im Gelände auch gearbeitet: Brombeerwurzeln raus hacken…

Naturvergnügen - Kräuter sammeln und genießen

Jetzt ist die beste Zeit die kulinarische Bedeutung der Wiesen am Wolfsbrunnen kennen zu lernen.

Wenn im Frühling das frische Grün erscheint, sind die Kräuter besonders mild im Geschmack und ihre Konsistenz ist noch zart. Ihr hoher Gehalt an Mineralien und Vitaminen fördert die Gesundheit.

Wie die schmackhaften Kräuter aussehen und wie sie schmecken, können Sie am Freitag Nachmittag erfahren. Sie sind herzlich eingeladen, beim Suchen, Sammeln, Zubereiten und Genießen dabei zu sein.

Treffpunkt: Freitag, 04.04., 16.30 Uhr, Gaststätte “Zum Wolfsbrunnen”

dsc_0229-495.JPG