Archiv für Mai 2008

Picknick

dsc_0301-495.jpg

Eine Decke, ausgebreitet auf einer Wiese, ein Korb voller Leckereien, gute Gesellschaft und ein Lieblingsort, natürlich der Wolfsbrunnen - und fertig ist das Picknick!

So einfach kann es sein, Natur mit Kultur zu verbinden.

LEBENSFREUDE ist das Zauberwort. Und deshalb treffen wir uns seit Mai jeden Donnerstag um 18.00 Uhr am Wolfsbrunnen zum Picknick.

Sie sind herzlich eingeladen. Wir freuen uns auf Sie! Auf Gespräche mit Ihnen rund um den Wolfsbrunnen und darüber hinaus…

Goethe in Heidelberg

goethegrun-495.jpg

EINLADUNG

30. Mai 2008, 19.30 Uhr
Bürgerhaus, Schlierbacher Landstraße 130

Vortrag
:: Goethe in Heidelberg ::
Jürgen Tröger

::

„Heidelberg wiederzusehen muß ganz wunderbar sein, nur daran zu denken bringt mich in einen ganz eigenen Zustand.“
(Goethe - Entwurf zum Brief an Marianne von Willemer vom 13. Januar 1832)

Noch sind wir in der glücklichen Lage, Goethes Spuren in Heidelberg, so wie er es gesehen und erlebt hat, folgen zu können, ohne allzu große Zerstörungen beklagen zu müssen.

Zwei Aufenthalte in Heidelberg haben schicksalhaft in Goethes Leben eingegriffen. Anfang November 1775 erreichte ihn im Haus der Handelsjungfer Delph am Marktplatz der Ruf nach Weimar, der ihn auf dem Weg nach Süden umkehren ließ. Ende September 1815 reiste Marianne von Willemer nach Heidelberg. Goethe wohnte damals bei den Brüdern Boiserée im ehemaligen Sickingenschen Palais. Den Stunden mit Marianne im Schlossgarten verdanken wir einige der schönsten Gedichte des „West-östlichen Divans“.

„Gedenken Sie meiner, und in Liebe; dass ich Ihrer gedenke, möge Nachstehendes beweisen, so wie, dass die schönste Gegend immer eine fremde bleibt, wenn nicht durch Liebe und Freundschaft sie heimisch geworden; wo fände sich für mich eine schönere als Heidelberg!“.
(Marianne von Willemer, 25. August 1824, für Goethes Geburtstag)

Zum Geburtstag viel Glück!

01-wolfsbrunnen-495.jpg

Geburtstagsansprache
von Kathrin Rating am 8.Mai 2008

:: :: ::
:: ::
::

MEINE SEHR GEEHRTEN DAMEN UND HERREN,
LIEBE FREUNDE DER WOLFSBRUNNEN-ANLAGE.

Herzlich Willkommen zur Mitgliederversammlung des Freundeskreises Wolfsbrunnen e.V.!

Es freut mich, Sie heute und hier zu sehen. Gerne hätte ich Sie alle wieder am Wolfsbrunnen begrüßt, aber das wird noch dauern. Davon später mehr.

Die heutige Versammlung ist vereinsrechtlich die dritte ihrer Art, wenn man die Gründungsversammlung am 5. Mai 2006 dazu zählt.

Zum 2. Geburtstag herzlichen Glückwunsch und alles Gute für das 3. Lebensjahr, in dem das Bewährte fortgesetzt wird - wie z.B. die diversen nicht nachlassenden Rendez-vous’s mit Knöterich, Brombeeren, Wiedehopf und Motorsäge en pleine air mit einem hohen Potential an erotischer Energie - so man sie aufspürt.

Hierzu möchte ich Ihnen kurz etwas aus der FAZ vom 3. Mai vorlesen: Interviewt wurde die Gründerin der Königlichen Gartenakademie in Berlin Dahlem. Auf die Frage, was Gabrielle Pape von dem Satz „ Gartenarbeit ist der neue Sex“ aus der Londoner Times halte, antwortet sie: „ Ja, sehr. Aber vor allem hat es mit Glück zu tun. Der Spruch kam vor zehn Jahren in England auf, als Leute um die vierzig sagten: Viel passiert nun nicht mehr. Gärtnern ist der neue Sex. Ich schließe mich da fröhlich an. Wir laufen so weit, um etwas Befriedigendes zu finden: Fitnesscenter und Fingernagelbemalen – das ist alles schick und gut, doch ganz viel liegt direkt vor unserer Haustür…“. Zitat Ende. Zum Beispiel in der Wolfsbrunnen-Anlage.

Neben der glückbringenden Arbeit in der Wolfsbrunnen-Anlage, zu der ich Sie alle morgen und am Samstag herzlich einlade, sind die Beiträge, die unseren Geist und unser Wissen bereichern, das zweite Standbein des Freundeskreises.

Viele von Ihnen erinnern sich mit Genuss an die Abende - ich lasse sie alle einmal kurz revue passieren, damit sie merken, was schon alles geleistet wurde:

1. Wir nahmen teil am Herzschmerz von Clara du Plessis und Clairant, einen Dank an Herrn Tröger, der heute Abend beim Ältestenrat der Kirche sein muß.

clara-du-plessis-und-clairant-495.jpg
Wolfsbrunnen-Szene in August Lafontaine’s Roman “Clara du Plessis und Clairant” (1795) von Daniel Chodowiecki
……………………………………………………………………………………………………………………………………

ICH DARF WEITER ERINNERN:
2. an den Besuch von Undinen, Rheintöchtern und anderen Wasserwesen, annonciert von Dr. Markus Kiesel.

ODER
3. an die L’amour der Frauen, die ihnen vermeintlich Liberté verschaffen soll? Frage an Frau Prof. Dr. Annette Kämmerer: Stimmt das? Antwort bitte im stillen Kämmerlein unter vier Augen.

a-kammerer-495.jpg
Prof. Dr. Annette Kämmerer
……………………………………………………………………………………………………………………………………

ODER
4. an das Damenkränzchen im Quellengarten mit Hut + Spiel + Torte.

damenkranzchen032-495.jpg
“Behütete” Freundinnnen und Freunde des Wolfsbrunnens
……………………………………………………………………………………………………………………………………

ODER
5. an den SommerAbendTraum mit einer Vielzahl wunderbarer Darbietungen und einer Luftfeuchtigkeit, die das Maß der Sättigung im Laufe des Abends überschritt …wir alle haben es in Erinnerung behalten.

ODER
6. an den Versuch, dem Wesen der Fee Jetta näher zu kommen muß trotz zweimaligem Anlauf als nicht gelungen bezeichnet werden… es liegt wohl in der Person der Fee Jetta selbst – sie möchte Raum für weitere Träumereien bieten.

ODER
7. an den Käschte-Abend mitten im trüben November, an dem Dr. Heidrun Schweinfurth-Marby uns mit Wissenswertem über die Käschte Altes + Neues + Poetisches + Lukullisches auf sehr angenehme Art bereicherte, Herr Rich steuerte aus seiner Küche die thematisch passenden kleinen Delikatessen bei.

rating-rich-495.jpg
Besprechung der Wolfsbrunnen-Delikatessen: Kathrin Rating und Hans Rich
……………………………………………………………………………………………………………………………………

ODER
8. an den letzten Abend für den Geist im Jahr 2007, der den Gedichten vorbehalten war, der Himmel sich aber einen Tag davor ganz gewaltig und unvorhergesehen verdüstert hatte: es wurde bekannt, dass Herr Rich zum Jahresende aufhört.

9. Was nun???? war die Frage und was nun ist die Frage auch heute immer noch. Ich werde nachher vom aktuellen Stand berichten.

Zuversichtlich und unverdrossen starteten wir das Jahr 2008, der Tradition folgend mit der WolfsbrunnenWerkstatt Nr.05 und wieder mit Erfolg, nicht allein im Fällen, sondern dieses Mal auch mit Pflanzen und Bänke aufstellen.

schlangenbank-495.jpg
Einweihung der Schlangenbänke (RNZ-Foto von Friederike Hentschel)
……………………………………………………………………………………………………………………………………

10. Ja, die Romantik, ein weitverbreitetes heidelberger Phänomen, blieb – zumindest für mich - auch nach einem Diskussionsabend, moderiert von Heidrun Schweinfurth, über das Buch von Rüdiger Safranski: Romantik: eine Deutsche Affäre“ weiterhin ein Phänomen und bedarf weiterer Beschäftigung und praktischer Übungen.

11. Mittlerweile hoffentlich verdaut sind die leckeren Kräuter, die vor Ort gesammelt, zubereitet und diplombiologisch betreut von Rüdiger Becker vielen von Ihnen mundeten.

12. Zur vorerst letzten Veranstaltung wurde in das Museum am Ginkgo geladen, unsere bewährte Referentin Dr. Heidrun Schweinfurth-Marby stellte die zwieblige Geschichte und die Eigenarten der Tulpe vor.

EIN HERZLICHES DANKESCHÖN AN ALLE REFERENTEN UND ORGANISATOREN.
APPLAUS.

Wenn die Liste nun sehr lang war, so hoffe ich, dass Sie bei aller Langatmigkeit auch ein Gefühl der Zufriedenheit entwickelt haben, über das, was der Freundeskreis auf die Beine gestellt hat.
WIR SIND GUT!

Und es wird weiter gehen, damit können, sollen und müssen Sie rechnen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Wir fahren jetzt fort mit der Tagesordnung.

:: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: ::

Acht neue Wohnungen am Wolfsbrunnen

vv-nistkasten-495.jpg
Volker Voigtländer
……………………………………………………………………………………………………………………………………

NEIN, NATÜRLICH NICHT FÜR MENSCHEN, SONDERN FÜR SINGVÖGEL!

Das Tal des Wolfsbrunnens ist durch den Teich, die Wasserläufe, den Waldrand und die unterschiedlichen Hang- und Wiesentypen für Vögel vieler Arten attraktiv. In den sonnigen und schattigen Abschnitten finden sie ein differenziertes Nahrungsangebot an Sämereien und Insekten.

Da wir uns nun seit zwei Jahren viele Stunden am Wolfsbrunnen aufhalten, freuen wir uns dort auch an der Vogelwelt. Es wird uns aber vor Augen geführt, dass Bedarf an geschütztem Wohnraum besteht. Denn jede Nistgelegenheit wird dort dankbar angenommen! So nisten zur Zeit direkt am Gasthaus der Zaunkönig und mehrere Meisenpaare - wohl die einzigen, die sich über die Ruhe an der verwaisten Gaststätte freuen. Selbst in den Mauerritzen der Terrasse und des Eiskellers brüten Singvögel.

hmg-anbringen-495.jpg
Hans-Martin Gäng
……………………………………………………………………………………………………………………………………

Mitte Mai, noch rechtzeitig zur Brutsaison, installierten deshalb Prof. Volker Voigtländer und Naturschutzwart Hans-Martin Gäng acht Nistkästen rechts und links des Rundweges, an der Gerätehütte des verwaisten Gasthauses und im Quellengarten.

Die unterschiedlichen Typen der Nistkästen entsprechen dem Vorkommen der Vogelarten. Nun beobachten wir, ob diese Nistkästen von der Vogelwelt am Wolfsbrunnen genutzt werden. Im Herbst wollen wir an einem Nachmittag, voraussichtlich in der Marienhütte, weitere Nistkästen anfertigen und im Gelände anbringen.