Archiv für September 2008

Sri Lanka und der Tee

Beim WolfsbrunnenAbend im September wurde nicht wie geplant über den Ginkgo gesprochen (dieses Thema ist auf nächstes Frühjahr verschoben, wenn das Museum am Ginkgo, das zur Zeit mit einer Ausstellung belegt ist, wieder für Vorträge genutzt werden kann), sondern über Camellia sinensis, den Teestrauch, der im Rahmen eines Reiseberichts aus Sri Lanka besondere Aufmerksamkeit verdient.

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Frau Dr. Heidrun Schweinfurth-Marby zeigte zunächst eindrucksvolle Bilder von ihrer Reise im August dieses Jahres: Sri Lanka, seine Landschaften, seine Menschen, Pflanzen und Tiere – und die Teelandschaft mit dem Teeanbau und der Teeverarbeitung. Sie erzählte die Geschichte der Teepflanze und der Teekultur in den letzten fast 5000 Jahren, beginnend mit Kaiser Shennung von China. Im Zeitraffer ging es weiter, zum Beispiel wie der Tee nach Japan kam, was die Kolonialgeschichte mit Camellia sinensis anstellte und wie man in unseren Tagen den Tee behandelt.

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Nach dieser Einstimmung ging die Tee-Expertin ausführlich auf die Geschichte Ceylons, bzw. Sri Lankas ein, seine Besiedlung, die Zusammensetzung der Bevölkerung damals und heute, dann wie der Tee auf die Insel kam und was mit der Monokultur im Laufe der Zeit geschah.

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Zur Theorie gab es kleine Kostproben: zunächst einen grünen chinesischen und einen grünen japanischen Tee - und zur Beschreibung der Teeherstellung in Sri Lanka wurde ein grüner und ein schwarzer Tee von einer biologischen Plantage aus Uva gereicht. Es wurde ein spannender, unterhaltsamer Abend voller Geschichte und Geschichtchen, der bei „tea and cake“ mit vielen Fragen und Antworten sowie neuen Erkenntnissen zum weitgesteckten Thema ausklang.

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Die häufigst gestellte Frage…

…am Tag des offenen Denkmals war nicht, ob im Teich noch Forellen leben oder ob es Planunterlagen über das Konzept um 1620 gibt. Nein, die Frage hieß: Wann macht die Gaststätte wieder auf. Auf alle anderen Fragen - und derer gab es einige interessante - konnten wir antworten, aber diese musste offen bleiben. Wir hoffen nicht mehr lange.

Denn: das Interesse am Wolfsbrunnen ist groß, davon zeugen die insgesamt 70 Besucher. Sie bestätigten das Besondere dieses Ortes, seine Lage, seine Stille und Naturverbundenheit, aber auch seine Geselligkeit durch die Gaststätte. Die Tradition des Hauses, das Kurfürst Friedrich II. um 1550 als Jagd- und Lusthaus bauen ließ, wurde offensichtlich bis heute transportiert und muss fortgeschrieben und fortgelebt werden.

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Anhand einer Bildergalerie, die mit der Abbildung aus dem Kurpfälzischen Skizzenbuch von 1580 beginnt und mit einem Photo des nierenförmigen Teiches aus der Zeit vor der jetzigen Gestaltung stammt, wurde die Geschichte der Wolfsbrunnen-Anlage in großen Schritten erläutert - insbesondere die gestalterischen Veränderungen, die nur vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Neuorientierungen zu verstehen sind. Die frühbarocken Stilelemente der Zeit um 1620 unter Kurfürst Friedrich V. wurden nach Jahren des Vergessens abgelöst durch die landschaftlich geprägten in der Zeit der Romantik. Der Bereich oberhalb der Brunnenstuben, der um 1870 neu gestaltet wurde, ist ein gutes Beispiel im Stile seiner Zeit.

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Eine Frage, die ebenso nachdrücklich wie die nach der Wiedereröffnung der Gaststätte gestellt werden muss, lautet: wie sieht das langfristige Leitkonzept für die Entwicklung der Wolfsbrunnen-Anlage aus, welche Reste und Merkmale seiner Geschichte gilt es in die Zukunft zu transportieren?

Noch ist die Frage unbeantwortet, aber wir sind auf dem Wege, die notwendigen „Zutaten“ hierzu zu sammeln und gemeinsam zu diskutieren. Hierzu soll auch der Abend des 17. Oktober, 19.30 Uhr im Bürgerhaus, Schlierbacher Landstraße 130 in Heidelberg, dienen: „Verschönerung? Gartendenkmalpflege im Gespräch“ / Leitung: Kathrin Rating. (Achtung! Dieser Abend wurde vom 24. Oktober auf den 17. Oktober vorverlegt!)

Wir freuen uns auf Ihr Kommen………………………….

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WolfsbrunnenWerkstatt Nr. 6

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EINLADUNG
WolfsbrunnenWerkstatt Nr. 6
17. und 18. Oktober 2008 ab 9.00 Uhr

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Die Natur kennt keine Pausen, sie lässt wachsen und wachsen. So auch in der Wolfsbrunnen-Anlage! Der Freundeskreis kennt auch keine Pausen, wenn es darum geht, die Wolfsbrunnen-Anlage zu pflegen. Und so planen wir wieder hoffnungsvoll die Werkstatt Nr. 6.

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Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass viele Hände, linke und rechte, an den beiden Tagen Beachtliches leisten können - immer mit der Hilfe der Mitarbeiter des Landschaftsamtes. In Erinnerung ist auch geblieben, dass das gemeinsame Zupacken gut tut, neugierig auf mehr macht und kleine Kümmernisse vergessen lässt.

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Auf der Liste der Werkstatt Nr. 6 stehen die folgenden Punkte: freischneiden der im Frühjahr gepflanzten Sträucher, Rückschnitt des Stockausschlages an den Stümpfen, roden von Brombeeren und Knöterich, Teich entkrauten und …Achtung!… Tulpenzwiebeln stecken, auf dass das Frühjahr 2009 ein besonderes, ein blütenreiches wird.

Nach Stunden der Hand-Arbeit möchten wir Sie am Freitag-Abend, 17. Oktober, 19.30 Uhr zur Kopf-Arbeit ins Bürgerhaus, Schlierbacher Landstraße 130 einladen: “Verschönerung? Gartendenkmalpflege im Gespräch” / Leitung: Kathrin Rating. Bitte beachten: ursprünglich war dieses Thema für den 24. Oktober angekündigt!!!

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Um den Arbeitsablauf der Werkstatt Nr. 6 besser organisieren zu können, bitten wir um eine Anmeldung bis Mittwoch, 15.10.2008, an die Kontaktadresse:
Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.
Am Schlierbachhang 43B, 69118 Heidelberg
T: 06221-808303, F: 06221-805605

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Denken sie bitte an gute Arbeitskleidung, dieses und jenes Kleingerät wie Garten- und Astschere oder Blumenzwiebelpflanzer, Wärmendes für innen und außen nicht vergessen! Da die Gaststätte immer noch geschlossen ist, fällt der traditionelle Wolfsbrunnenschmaus aus. Stattdessen werden wir zum Abschluss mitgebrachte Köstlichkeiten, z.B. “Herbstsuppe Spezial”, an einem wärmenden Feuerchen verzehren - zusammen mit den ersten “Schlierbacher Maronen”. Guten Appetit!

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Unsere Einladung zur Werkstatt Nr. 6 mit Anmeldeformular liegt auch als pdf-Dokument im “Korb”.

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VORTRAG

DER TEESTRAUCH
Camellia sinensis
Ein Reisebericht aus Sri Lanka

Dr. Heidrun Schweinfurth
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26. September 2008, 19.30 Uhr
Bürgerhaus, Schlierbacher Landstraße 130

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Wir trinken ihn und wissen wenig über seinen Ursprung: es ist die Rede vom Tee, von Camellia sinensis.

Dr. Heidrun Schweinfurth ist gerade von einer Reise auf der Insel Ceylon, dem heutigen Sri Lanke, zurückgekehrt und wird über die Geschichte der ‚Perle’ des Indischen Ozeans berichten, wie diese Pflanze zu dem wurde, was sie heute ist. Kleine Teeproben werden Nase und Gaumen herausfordern, die feinen Nuancen zu erkennen und zu genießen.

Und wenn im Frühjahr hier und da in Schlierbach die Camellia japonice blüht wird der eine oder andere sich an diesen Abend erinnern.

Übrigens: am Schloß-Wolfsbrunnenweg soll, so erzählt man, bis vor ein paar Jahren eine Camellia sinensis, ein Teestrauch gestanden haben.

Wir freuen uns mit Ihnen auf einen erkenntnisreichen Abend.

Septemberbrief 08

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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde der Wolfsbrunnen-Anlage,

gerne würde ich den Brief mit der frohen Kunde beginnen: „Es geht los!“
Leider nein!

Wir müssen uns noch in Geduld üben und auf den Tag warten, an dem die Handwerker mit der Renovierung der Gaststätte beginnen. Und wir müssen weiter zuversichtlich auf den Handschlag über dem Pachtvertrag zwischen der Stadt und Herrn Schönmehl warten.

Dennoch – oder gerade deshalb – ist es wichtig, die Wolfsbrunnen-Anlage nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Wir haben auf vielfältige Weise den Ort belebt: nach dem Sommer-Abend-Traum, der auf unterschiedlichste, aber auf jeden Fall besondere Art und Weise in Erinnerung bleiben wird, wechselten sich die bewährten Anti-Knöterich-Rupfstunden mit lustvollerem Picknicken auf den Schlangenbänken ab.

Nun möchte ich Ihnen die nächsten Aktivitäten, aber auch kleine Programm-Änderungen mitteilen: 

  1. Als erstes und ganz schnell: am 14. September ist, wie jedes Jahr, der bundesweite Tag des offenen Denkmals mit dem Motto „Vergangenheit aufdecken – Archäologie und Bauforschung“. Wie in den vergangenen Jahren wollen wir diesen Termin nutzen, um die Geschichte der Wolfsbrunnen-Anlage anhand von Bildern, Rundgängen, Schürfergebnissen darzustellen. Kommen Sie, es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Führungen werden um 11h und 15h von uns angeboten.
  2. Am 26. September um 19.30h wird Dr. Heidrun Schweinfurth-Marby, abweichend vom angkündigten Ginkgo-Vortrag, von ihrer Reise nach Sri Lanka berichten und zur Tasse Ceylon Tee der unterschiedlichsten Sorte einladen. Ort: Bürgerhaus. Wir hoffen, dass im Frühjahr dann der Vortrag über den Gingko am richtigen Ort – dem Museum am Ginkgo nachgeholt werden kann.
  3. Die WolfsbrunnenWerkstatt Nr. 6 findet, wie angekündigt, am 17. und 18. Oktober ab 9h statt. Das Landschaftsamt unter der bekannten Leitung von Herrn Morr und seinem Team hat uns wieder seine Unterstützung zugesagt. Wir werden tatkräftig mitarbeiten, ein Jeder auf seine Art und Weise, aber auf jeden Fall mit einer Tulpenzwiebel. Denn: es gilt, den Erlös aus dem Vortrag über die Tulpen zu verzwiebeln und in die Erde zu bringen und das sind einige.
  4. Die angekündigte Gesprächsrunde zum Thema: „Verschönerung? Gartendenkmalpflege im Gespräch“ / Kathrin Rating wird auf den 17. Oktober, 19.30h, Bürgerhaus verlegt.

Zum Schluss gilt es, Ihnen einen sonnigen September zu wünschen und, wie immer,
frohes Schaffen

Kathrin Rating
Freundeskreis Wolfsbrunnen

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Erweitertes Damenkränzchen

Wie schön, dass der Einladung zum Damenkränzchen am 29. August auf den Wolfsbrunnen-Terrassen auch in diesem Jahr nicht nur die Damen, sondern auch die Herren gefolgt sind – so, wie es ausdrücklich gewünscht und erhofft war!

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Aber der Reihe nach…
Der Tag begann grau verschleiert, wurde dann heller und gelegentlich zeigte sich auch die Sonne – sogar am Wolfsbrunnen. Es war schön warm und am Abend kam die vertraute „Wolfsbrunnenkühle“.

Ein angenehmes Klima also – und nicht nur metereologisch gesehen – in dem sich 16 Freundinnen und Freunde des Wolfsbrunnens am Freitag zusammengefunden haben. Die Damen und Herren, die meisten sommerlich behütet, saßen an weiß gedeckten Tischen, die mit Efeuranken und Blumengestecken geschmückt waren, und genossen die köstlichen selbst gemachten Torten, den Kaffee und den Tee.

Dies war der liebevoll gestaltete Rahmen für ein sommerliches Beisammensein mit kulturellem Begleitprogramm: heiteren Lesungen, einem lustig-albernen „Rundgesang“, einigen zitierten Gedichten und ernsten wie frohen Gesprächen - die Zeit flog so dahin und zum geplanten Spiel am Billardtisch en miniature war keine Zeit mehr… er blieb hübsches Dekor zugunsten anderer Geselligkeiten. Und warum auch nicht? Vielleicht kommt er ja im nächsten Jahr zum Einsatz, wenn sich das „Damenkränzchen mit Hut & Spiel & Torte & Herren“ wieder zusammenfindet!

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