Archiv für Oktober 2008

Der Wolfsbrunnen lebt

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Bei goldenem Oktoberwetter machte die Arbeit im Gelände so richtig Spaß! Etwa 40 Wolfsbrunnenfreunde von 8 bis 80 trafen sich am vergangenen Wochenende zum gemeinsamen Gärtnern – bestens gerüstet mit Handschuhen und Gummistiefeln, Spaten und Sense, Hacke und Schere, um den Wildwuchs zu bekämpfen, die Neupflanzungen zu hegen und den Lebensraum für Fauna und Flora zu pflegen.

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Anlass war die 6. WolfsbrunnenWerkstatt, die auch diesmal wieder in enger Zusammenarbeit zwischen dem Freundeskreis Wolfsbrunnen und den städtischen Ämtern stattfand. Man ist sich einig: die historische Anlage ist ein Kleinod und dafür lohnt sich der Einsatz!

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Zum Beispiel wurde der Rundweg erneuert. Bei der Werkstatt Nr. 5 im Februar hatte man mit den Arbeiten begonnen, jetzt sind sie fertig geworden. Doch für Wolfgang Morr, Betriebsleiter beim Landschafts- und Forstamt, gibt es keine Pause. Er sieht schon die nächsten Baustellen am Wolfsbrunnen…

Eine entdeckten auch die Stadtwerke, die für den oberen Bereich der Anlage mit den Brunnenstuben, den sogenannten Quellengarten zuständig sind: Mangelhafte Sicherheit – Vorhängeschloss – Verbotsschild. Schlechte Aussichten! Aber es gibt auch gute, sogar blumige!

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Bei ihrem Frühlingsvortrag über die Kulturgeschichte der Tulpe hatte Dr. Heidrun Schweinfurth-Marby für Tulpen am Wolfsbrunnen geworben und eine beachtliche Geldspende erhalten. Davon hat der Freundeskreis eine bunte Mischung Zwiebeln gekauft, sie gesteckt und hofft nun auf ein prächtiges Tulpenmeer – zur Freude von Groß und Klein!

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Die WolfsbrunnenWerkstatt hatte wieder viele Helfer. Wer nicht im Gelände mitarbeiten konnte, unterstützte die Landschaftsgärtner auf andere Weise, sorgte zum Beispiel für ihr leibliches Wohl. Wie auch Thomas Müller vom Stadtteilverein Schlierbach, der auf der Wolfsbrunnen-Terrasse zu Grillwürsten und Bier einlud.

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Zwei Tage WolfsbrunnenWerkstatt gingen zuende. Viel Arbeit gab’s mit Brombeeren und Knöterich, dem Säubern und Entkrauten der Gewässer, dem Pflegen und Pflanzen… Der Erfolg ist weithin sichtbar. Und das lebhafte WolfsbrunnenGespräch zum Thema Verschönerung und Gartendenkmalschutz (siehe Beitrag vom 21.10.2008) machte aus den Werkstatt-Tagen ein rundes Werkstatt-Erlebnis aus Theorie und Praxis!

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Im Tal genoss man die letzten Sonnenstrahlen, plauderte bei Kaffee und Kuchen und war zufrieden. Der Wolfsbrunnen lebt!

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Gartendenkmalpflege im Gespräch

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Nach der gelungenen Hand-Arbeit am ersten Werkstatt-Tag im Wolfsbrunnengelände folgte ein interessiertes Publikum der Einladung zur Kopf-Arbeit, folgte neugierig den gestreuten Efeublättern durchs Bürgerhaus zum Vortragsraum und stellte sich dort dem Thema „Verschönerung? Gartendenkmalpflege im Gespräch“.

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In einem einleitenden Referat skizzierte Kathrin Rating die Begriffe des Schönen, des Naturschönen versus Kunstschönen, der Ästhetik als Wissenschaft sowie den Begriff der Planung und Gestaltung als wertende Disziplinen, womit die Subjektivität auf die Bühne tritt und mit ihr der Satz: „Des find isch abber goa net schäää!“.

Ideen und Vorstellungen zur „Verschönerung“ und Umgestaltung der Wolfsbrunnen-Anlage gibt es viele, meist jedoch ohne die gesetzlichen Vorgaben. Dazu gehören sicherlich an erster Stelle das Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg und das Naturschutzgesetz; letzteres nennt in §1(1),4. neben den Begriffen der Vielfalt und Eigenart auch ausdrücklich den Begriff der Schönheit der Landschaft, die gesichert werden soll.

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Der Wolfsbrunnen ist ein Kulturdenkmal, an dessen Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht (§2 (1) DSchG). Der Umsetzung individueller Geschmäcklerei sind damit eindeutige Grenzen gesetzt. Veränderungen und Eingriffe zur Verschönerung - und darum ging es in dieser Runde - müssen dem Kulturdenkmal gerecht werden. Die große Frage ist aber nun: wie kann der Wolfsbrunnen als Kulturgut erhalten, gepflegt und entwickelt werden?

In der Gartendenkmalpflege hat sich das Parkpflegewerk als Grundlage aller Maßnahmen mittlerweile in Deutschland bewährt. Es sieht nach ausführlichen Bestands- und Analyseteilen ein klar gegliedertes und abgeleitetes Leitkonzept vor, zu dessen Realisierung die einzelnen Schritte konkret benannt werden müssen. Somit sind willkürlichen Umgestaltungsmaßnahmen Schranken gesetzt.

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Am Beispiel der Wolfsbrunnen-Anlage und des Hortus palatinus wurde anhand von Planmaterial aus den einzelnen historischen Epochen das Problem des Findungsprozesses eines Leitkonzeptes verdeutlicht. Soll der Teich vor der Wolfsbrunnen-Gaststätte wieder in den Zustand um 1620 mit Forellenbassins zurückversetzt werden? Oder ist es nicht besser, einen natürlich gestalteten Teich zu bauen, wie es auf den Abbildungen um 1870 aussieht? Oder soll man nicht einfach nur die Teichfolie erneuern?

Gartendenkmalpflege ist nicht einfach, ist aber erkenntnisreich und wir sind auf dem besten Weg. Es geht weiter und mit dabei immer das frohe Schaffen.

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“Verschönerung?…”

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“Verschönerung? Gartendenkmalpflege im Gespräch”
Leitung: Kathrin Rating

Freitag, 17.10.2008, 19.30 Uhr
Bürgerhaus, Schlierbacher Landstraße 130, Heidelberg
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Wir möchten Sie nochmal an unsere Einladung zum WolfsbrunnenAbend im Oktober erinnern, der im Rahmen der Werkstatt Nr. 6 stattfindet (siehe Ankündigung vom 13.09.). Grundsätzliche und aktuelle Fragen zum Thema sollen erörtert werden, ebenso die Positionen zu einem langfristigen Leitkonzept für die Entwicklung der Wolfsbrunnen-Anlage.

Kommen Sie und diskutieren Sie mit uns! Wir sind gespannt auf Ihre Meinung und Anregung!

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