Archiv für Oktober 2009

Das Geheimnis des Wassers am Wolfsbrunnen

E I N L A D U N G

Hydrogeographie und Wassernutzung am Wolfsbrunnen
Vortrag von Martina Straková

30. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Gaststätte Wolfsbrunnen – Jettasaal
Wolfsbrunnensteige 15

_______________________________________________________________
wasserwerke-495.jpg
_______________________________________________________________

Wasser prägt das Tal des Schlierbachs und bestimmt bis heute den Charakter dieses Ortes. Martina Strakova wird über ihre Erkenntnisse im Rahmen einer Diplomarbeit berichten. Mit diesem Vortrag wird wieder ein Stück mehr das Geheimnis des Wassers am Wolfsbrunnen erforscht – ohne den Zauber des Wassers zu zerstören. Vielmehr wird das Mehrwissen das Genießen dieses Ortes erhöhen.

Wir freuen uns mit Ihnen auf einen erkenntnisreichen Abend an einem kostbaren Ort.

______________________
_____

Nass von oben und unten

teich-1-495.jpg

Unverdrossen über die immer noch nicht geklärte Renovierung und Neuverpachtung des Gasthauses setzten wir am 17. Oktober unsere Pflegearbeiten am Wolfsbrunnen fort: Zum achten Mal veranstalteten wir gemeinsam mit den Fachkräften des Landschaftsamtes eine „Werkstatt“ im Tal des Wolfsbrunnens.

teich-2-495.jpg

Im Mittelpunkt der Arbeiten stand die Entnahme von Pflanzenmaterial aus dem Teich, in dem der Algenbewuchs in den letzten beiden Jahren stark zugenommen hatte. Selbstverständlich war das Vorgehen auch mit dem Umweltamt abgesprochen und wir achteten darauf, dass der sensible Uferbereich kaum betreten wurde. Wir prüften bei der Entnahme der Algen, ob sich dort Kleinlebewesen verfangen hatten. Doch Frösche und Insekten hatten längst für die Winterruhe das Wasser verlassen oder sich in Sicherheit gebracht. Zwei Bergmolche (Triturus alpestris) entgingen nicht dem scharfen Blick des Experten, wurden bestaunt und wieder in die Freiheit entlassen.

molche-45-495.jpg

Nicht nur im Teich wurde gearbeitet: am Waldrand wurde störender Aufwuchs, z.B. Brombeere und Adlerfarn, gerodet und mit Maschinen der Rundweg um das Tal frei geschnitten. Berge von Grünschnitt und Algen wurden abtransportiert… ein sattes Werkstatt-Programm!

ihe-495.jpg

Und wieder arbeiteten mit viel Elan die Jugendlichen des Heilpädagogischen Instituts mit uns, denen für dieses Engagement sehr zu danken ist! Dass uns mit den Arbeitern des Landschaftsamts inzwischen eine kollegiale Freundschaft und harmonische Zusammenarbeit im vierten Arbeitsjahr verbindet, versteht sich von selbst.

la-mitarbeiter-495.jpg

Wie immer, gab es ein zünftiges Vesper und zu Mittag Suppe, Eintopf, gegrillte Würste und Kastanien, gefolgt von Glühwein und Kuchen, gespendet von freundlichen Damen des Freundeskreises!

mittag-495.jpg

Am Ende der 8. WolfsbrunnenWerkstatt waren alle Beteiligten rundum zufrieden. Das Propramm war geschafft, die Stimmung prima. Außerdem haben wir mit Freude registriert, dass es deutlich weniger Müll im Gelände gab als in den Vorjahren und dass rund um den Wolfsbrunnen, der ja kein Freigelände ist, Hundebesitzer die Tüten und die Sammelstelle für die Hinterlassenschaften ihrer Hunde besser nutzen.

Kein Wunder also, dass unser Einsatz am Wolfsbrunnen vom Himmel mit „Freudentränen“ begossen wurde - es regnete am Anfang und am Ende - dazwischen aber lachte für alle die Sonne!

im-teich-2-165-nb.jpg

:: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: ::

Wieder ein Schritt zurück!

Am Samstag berichtete die RNZ über die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom Donnertag: Die Ergebnisse zum Thema Wolfsbrunnen sind enttäuschend - wieder ein Schritt zurück!

wieder-keine-entscheidung-am-wolfsbrunnen-2009-10-10.pdf

::::….::::….::::….::::….::::
::::….::::

Über Stock und (Mühl-) Stein

unterwegs-495.jpg
(Foto: Spaziergang durch den Stadtwald mit Gerhard Hornung/Bildmitte)

Was wäre der Wolfsbrunnen ohne den munteren Bach, dessen Wasser - aus vielen Zuflüssen gespeist - heute leider zu einem großen Teil unterirdisch direkt dem Neckar zugeführt wird?

Was wäre die lange Geschichte des Wolfsbrunnens ohne seine Mühlen (nur die Reste der Leitz`schen und Goos`schen sind noch vorhanden), die für Jahrhunderte eine lebenswichtige Bedeutung für unsere Vorfahren hatten?

Über 150 beschädigte oder aufgegebene Mühlsteine liegen noch in den Blockhalden des Stadtwalds oberhalb Schlierbachs und erinnern an eine Zeit, als der harte „Mittlere Buntsandstein“, der sich vor 200 Millionen Jahren bildete, von Steinmetzen vor Ort zu Mühlsteinen verarbeitet wurde.

stein2-495.jpg

Gerhard Hornung führte uns bei herrlichem Herbstwetter zu einem halben Dutzend Mühlsteinen, die unterhalb des Königstuhls als markante Zeugen handwerklicher Arbeit im Wald verblieben sind. Denn nicht selten erwiesen sich die ausgewählten Gesteinsblöcke erst bei der Bearbeitung als ungeeignet, oder der Stein zersprang ganz plötzlich unter Meißel und Hammer. Was muss das für eine Enttäuschung gewesen sein, wenn nach tagelanger harter Arbeit der Stein zersprang oder eine Schwachstelle zeigte!

stein5-495.jpg

Warum gab es einen so großen Bedarf an Mahlsteinen?

Man konnte in den zurückliegenden Jahrhunderten noch nicht den ölhaltigen Keimling im Getreidekorn entfernen, entsprechend wurde das Mehl bald ranzig und war nicht lange haltbar. Nur kleine Mengen wurden deshalb gemahlen und kleine Mahlmühlen gab es an vielen Bachläufen. Aus Bucheckern, Mohn- und Rapssamen wurde Öl gewonnen, in Pulvermühlen Holzkohle für die Herstellung von Schwarzpulver fein gemahlen. In Trockenperioden oder bei starkem Frost kam es oft zu Engpässen bei der Versorgung.

Um 1880 kam die Herstellung von Mühlsteinen am Königsstuhl zu einem raschen Ende: Nun gab es Eisenbahnen und Mühlsteine aus härterem Basalt oder Granit konnten preisgünstig transportiert werden. Außerdem vebesserten neue Techniken in Großmühlen die Qualität.

stein3-495.jpg

Gerhard Hornung führte uns zu ganz unterschiedlichen Mühlsteinen. Dabei konnte man gut erkennen, ob dieser aufgegebene Stein einmal als „Läufer“ oder „Bodenstein“ vorgesehen war. Forstamtsleiter Friedrich Kilian hatte uns mit gelben Bändern an Baumstämmen die ungefähre Lage am Wegrand angezeigt, das Buch von Gerd Klumb „Mühlsteinhauer“ gab zusätzliche Hinweise. Dass Gerhard Hornung uns beim Spaziergang aus seiner beruflichen Erfahrung Interessantes zu Bäumen und forstlichen Maßnahmen berichtete, war eine schöne Ergänzung.

stein4-495.jpg

_________________________________

________________

Zur Baugeschichte des Wolfsbrunnens

In der wöchentlichen Beilage der Rhein-Neckar-Zeitung “Blick in die Stadtteile” berichtet der Archäologe Folkwin Vogelsang über die baugeschichtlichen Veränderungen des Wolfsbrunnens in Laufe der Jahrhunderte. Den Artikel archivieren wir im “Korb”.

der-wolfsbrunnen-hat-sich-schon-immer-veraendert-2009-10-06.pdf

:::: :::: :::: ::::
::::

Etappensieg!

“Pro Wolfsbrunnen” entschied der Kulturausschuss des Heidelberger Gemeinderates am Mittwoch, 30. September 2009! Beschlussvorlagen und Anträge zum Thema Sanierung des Kulturdenkmals und Verkauf der Gaststätte standen auf der Tagesordnung und wurden im Sinne des Freundeskreises entschieden. Ein Etappensieg für den Erhalt des Wolfsbrunnens! Dementsprechend groß ist unsere Freude - wir arbeiten und kämpfen weiter; denn das Ziel lohnt!

Soweit die kurze Mitteilung von unserer Seite, demnächst mehr…

Die RNZ berichtete am 02.10.2009 über das Ergebnis. Zu Ihrer Information setzen wir hier und im “Korb” (siehe Menü-Leiste) den Link :
pacht-statt-erbpacht-beim-wolfsbrunnen-2009-10-02.pdf

:: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: ::