Archiv für November 2009

Außer Knöterich und Spesen… nix gewesen?

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Außer Spesen und…Knöterich nix gewesen?

Der Gemeinderat hat am 17. November mehrheitlich beschlossen, die Gaststätte auf der Basis der Erbpacht zu verkaufen.

Dies ist eine Entscheidung gegen ein Kulturgut, gegen die traditionsreiche Gaststätte und auch gegen das Tal des Schlierbaches mit all seinen Besuchern und Bewohnern von Flora und Fauna.

Das Versprechen, vertraglich die gastronomische Nutzung und die Pflege der Kultur zu sichern, ist so dünn, daß es den ersten Gegenwind nicht überstehen wird. Ebenso wenig vertrauensvoll klingt der Hinweis auf das ‚Heimfallrecht’, das ebenfalls in einem Paragraphen niedergeschrieben werden soll.

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Mit dem Verkauf der Hauses wird ein Stück Heidelberger Bau- und Kulturgeschichte auf dem Markte feilgeboten. Der Markt handelt nach seinen eigenen Gesetzen, nämlich denen des Handels und des Profits. Kein Platz finden dort nonprofit-Produkte, um die es sich nun mal bei Kulturgütern handelt. Sie gehören in die Fürsorge der öffentlichen Hand, sprich Stadt.

Aufgabe war es über alle die Jahrhunderte hinweg, diesen Ort mit seinen naturräumlichen Gegebenheiten und seiner Geschichte zu bewahren und ihn immer wieder an die nächste Generation weiterzugeben.

Die Kurzsichtigkeit der Stadtverwaltung, aber auch großer Teile des Gemeinderates macht betroffen: man will den Wolfsbrunnen loswerden, dessen Alltag sicherlich nicht immer geräuschlos und hindernisfrei war. Und dennoch: er hat sich als Ort des Genusses, der Kultur und des Naturerlebens über 450 Jahre hinweg gehalten.

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Die vorgesehene Privatisierung des Hauses wird Auswirkungen auf das Tal mit Bach und Wiesen, auf Flora und Faune haben. Der Freundeskreis Wolfsbrunnen hat sich seit nunmehr 5 Jahren um die Pflege dieses Stückchens Erde gekümmert, mit Lust und Laune, immer vor dem Hintergrund, daß es sich hier um ein schützenswertes Kulturgut, bestehend aus Gasthaus und Wiesental mit Bach handelt und immer vor dem Hintergrund, daß unsere Arbeit als die Arbeit von engagierten Heidelberger Bürgern im Einvernehmen und in Kooperation mit den zuständigen Stellen des Rathauses verstanden wird.

Jetzt und hier und heute müssen wir erkennen, daß das Engagement des Freundeskreises zwar hochgelobt und mit einer Bürgerplakette versehen wurde, wenn es aber schwierig wird, der engagierte Bürger seine Schuldigkeit getan hat und bitteschön doch weiterhin sich dem Knöterichrupfen zuwenden möge.

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In all den Monaten, als wir uns um eine Lösung zum Verbleib in öffentlicher Hand bemühten, blieb die finale Unterstützung in Form von kommunalverträglichen Stiftungslösungen aus. Auch jetzt, auf den letzten Metern, wurde der Antrag auf Vertagung der Entscheidung im Gemeinderat abgelehnt. Grund der Vertagung ist der Vorschlag der Familie Hauschild aus der Leitz’schen Mühle, eine gemeinnützige Wolfsbrunnen Stiftung zu gründen, in die die Stadt das Haus einbringt und Bürger mit kleineren und größeren Spenden die Sanierung des Anwesens ermöglichen. Zweites Stiftungsziel wäre die Pflege dieses Ortes als ein Ort des kulturellen Gedächtnisses. Eine feine Sache!

Der Freundeskreis wird diese neue Initiative nach bestem Wissen und Gewissen und auf jeden Fall hoffnungsvoll unterstützen.

Außer Spesen und…Knöterich nix gewesen? NEIN!

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Wie geht’s weiter…?

Über die Zukunft des Wolfsbrunnens wurde am 17.11.2009 im Gemeinderat entschieden. Dazu veröffentlichte die Rhein-Neckar-Zeitung am 19.11.2009 auf der HEIDELBERG-Seite zwei Beiträge, die Sie auf folgendem Link finden:

der-wolfsbrunnen-wird-nun-doch-verkauft-2009-11-19.pdf

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Gärten der Heidelberger Altstadt

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EINLADUNG ZUM WOLFSBRUNENENABEND IM NOVEMBER 2009
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VORTRAG
Freitag, 27-11-2009, 19.30 Uhr
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GÄRTEN DER HEIDELBERGER ALTSTADT
Dipl. Ing. Kathrin Rating
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Gaststätte Wolfsbrunnen, Jetta-Saal
Wolfsbrunnensteige 15
Heidelberg-Schlierbach
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Die Lust und das Interesse am Wolfsbrunnen – ja, man kann in diesen Tagen fast schon von Leidenschaft sprechen, erzeugt Neugier:

  • Wo noch in Heidelberg, speziell in der Altstadt, finden sich ähnliche Orte, an denen sich Natur genießen lässt?
  • Woher kommen die Gärten der Heidelberger Altstadt, wie sind sie entstanden?
  • Was heißt ‚Heidelberger Gartenkultur’?
  • …und: Wie geht es weiter?

Mit der Gartenarchitektin Kathrin Rating begeben wir uns auf eine Entdeckungsreise zu den grünen Paradiesen hinter den Mauern der Heidelberger Altstadt.

Wir freuen uns sehr auf Ihr Kommen!

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Gemeinderatssitzung am 17.11.2009

Am 17. November sollen die Gemeinderäte entscheiden, ob das Heidelberger Kulturgut Wolfsbrunnen in Erbpacht verkauft wird oder in den Händen der Stadt bleibt. Dazu schrieb die Rhein-Neckar-Zeitung in der Samstagsausgabe vom 7. November folgenden Artikel:

verkaufsgegner-hoffen-auf-den-gemeinderat-2009-11-07.pdf

Die Gemeinderatssitzung im Rathaus am 17. November ist öffentlich und beginnt um 18.00 Uhr! Über großes Publikum freuen wir uns!

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Im November, aber auch schon im Oktober, appellierte der Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V. mit einem Brief an den OB und die Gemeinderäte. Beide Briefe veröffentlichen wir hier:

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Heidelberg 08-11-09

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Würzner,
sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderäte,

Entrée:
Der Wolfsbrunnen ist ein Ort der Heidelberg Stadt- und Kulturgeschichte. Sie begann spätestens 1550, als Friedrich II. sich an diesem Ort ein Jagd- und Lusthaus erbauen ließ, wurde fortgesetzt unter Friedrich V., dokumentiert in den bekannten Merian Stichen mit geselligen Szenen am Wolfsbrunnen aus dem Jahre 1618. Die Heidelberger Romantiker besuchten um 1800 den Ort inmitten der Natur und mit der traditionsreichen Gaststätte am Wolfsbrunnen und nahmen Anregungen für ihr literarisches Schaffen mit nach Hause. Hundert Jahre später, in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, erlebte der Wolfsbrunnen abermals eine Hoch-Zeit mit Gästen der Universität und Schriftstellern wie z.B. Carl Zuckmayer.
Kurzum: es ist ein Ort der kulturellen Geschichte unserer Stadt, den es nicht nur in seiner baulichen Gestalt zu erhalten gilt, sondern dessen kulturelle Tradition gepflegt und in vielfältiger Form fortgeführt werden muß – hierzu sind wir alle verpflichtet.

Die Zeit drängt: am Di, 17. November, soll der Gemeinderat über die Zukunft des Wolfsbrunnens entscheiden.
Zur Entscheidungsfindung möchten wir noch einige Überlegungen, Fakten, Bausteine, aber auch Fragen liefern - ungeordnet.

1.
Der Freundeskreis besteht nicht auf einer monatlichen Nutzung des Saales für kulturelle Veranstaltungen wie es im Beschluß des Kulturausschußes formuliert ist. Wir vertreten die Meinung, daß ein Verein nicht mit einem Alleinvertretungsanspruch die Verantwortung über die kulturelle Ausgestaltung dieses historischen Ortes übernehmen kann – dies ist die hoheitliche und fürsorgende Aufgabe der Stadtspitze und des Gemeinderates. Und auch nur auf diesem Wege ist die Nutzung von Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen oder Präsentationen in einem Pachtvertrag festzusetzen.

2.
Warum wurde nach dem Nichtzustandekommen eines Pachtvertrages mit Herrn Schönmehl im Herbst 08 die Pacht nicht ausgeschrieben? Bis heute gibt es nach dem Weggang von Herrn Rich im Dezember 2007 keine öffentliche Ausschreibung für die Verpachtung der Gaststätte Wolfsbrunnen.

3.
Die erste Ausschreibung auf der Basis des Erbbaurechtes erfolgte ohne Beratungen in den Ausschüssen und im Gemeinderat. Erst nach dem Scheitern der Verhandlungen mit den einzigen ‚ernst zu nehmenden’ Bewerbern und dem Votum des Bezirksbeirates Schlierbach gegen einen Verkauf des Hauses wurde von Mai bis Anfang Juli in gemeinsamen Sitzung mit Vertretern des Freundeskreises und den beteiligten Ämtern unter der Federführung von Herrn Bürgermeister Dr. Gerner nach Lösungen gesucht. Ein ins Spiel gebrachtes Stiftungsmodell mit Betreibergesellschaft, in der Stadt und Stiftung gemeinsam die Verantwortung für den Wolfsbrunnen tragen sollten, wurde vom Kämmereiamt als nicht mit der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg vereinbar beurteilt. Andere Modelle wurden im Anschluß nicht mehr verfolgt.

4.
Warum kamen von Seiten der Verwaltung keine Vorschläge, wie und mit welchem Instrumentarium des Kommunalrechts man zu einer Lösung kommen kann, in der sowohl die Stadt als auch der engagierte Bürger einvernehmlich und verantwortungsbewusst sich um die Zukunft des Wolfsbrunnens kümmern?

5.
Die Aktivitäten des Freundeskreises Wolfsbrunnen liegen in der Sicherung, Pflege und Entwicklung der Wolfsbrunnen-Anlage, d.h. des Außenraumes. Hierzu laufen seit einiger Zeit Bemühungen, Gelder von Stiftungen (Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Allianz Umweltstiftung) einzuwerben. Diese Möglichkeiten sind bei einer Veräußerung auf der Basis der Erbpacht kaum noch erfolgsversprechend.

6.
Erbbaupacht heißt Verkauf des Hauses.
Damit geht sowohl die Kontrolle über das, was in dem Hause gemacht wird, gegen Null - auch wenn scheinbar vieles im Vertrag zu regeln sei. Dies gilt auch für die kulturellen Gestaltungsmöglichkeiten an diesem Ort – er wird als Ort des kulturellen Gedächtnisses aufgegeben.

7.
Die Sicherung und Pflege eines für die Heidelberger Geschichte bedeutenden Kulturgutes, wie es der Wolfsbrunnen mit Gaststätte und Wiesental ist, darf nicht privatisiert werden.

8.
Will Heidelberg sich nochmals ernsthaft um die Aufnahme in die Liste des Welterbes der UNESCO bewerben, so kann nicht zeitgleich ein Kulturgut zu Markte getragen werden.

9.
Das Thema Wolfsbrunnen kann so lange nicht vom Tisch der politischen Hausaufgaben, so lange nicht eine der Bedeutung des Ortes entsprechende Lösung gefunden wird. In der Zwischenzeit muß die Gaststätte wieder einer Nutzung zugeführt werden – auf kleiner Flamme lässt sich auch Gutes zubereiten.

10.
Eine Alles- oder Nichts- Lösung schadet dem Wolfsbrunnen und kann zu irreversiblen Entwicklungen führen. Daher: lieber an der Sache konzeptionell arbeiten und noch mehr Zeit benötigen, als zu schnell die Akte Wolfsbrunnen schließen.

11.
Fragen, in der Hoffnung auf verantwortungsvolle Antworten: will man den Wolfsbrunnen als Ort der Heidelberger Stadtgeschichte und des kulturellen Lebens erhalten? Will man ihn als Ort eines stimmungsvollen Naturerlebnisses und des Spaziergangs mit anschließender Einkehr bewahren?

12.
Es bedarf einer detaillierten Auflistung der anstehenden Sanierungs- und Instandsetzungskosten – Minimal- und Maximalinvestitionen. Und es bedarf eines gestuften Finanzierungsplanes für eine zukunftsfähige Entwicklung des Wolfsbrunnens.

In der Hoffnung auf eine für den Wolfsbrunnen würdige Entscheidung des Gemeinderates grüßt der Freundeskreis Wolfsbrunnen und wünscht wie immer

Frohes Schaffen

Kathrin Rating
Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.

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Heidelberg 27-10-2009

Sehr geehrte Damen und Herrn Gemeinderäte,

die Wolfsbrunnen-Werkstatt Nr. 8 am 17. Oktober war eine recht feucht-fröhliche: von oben regnete es, die Füße standen beim Teich-Entkrauten im Wasser und trotzdem waren alle Akteure incl. der Mitarbeiter des Landschaftsamtes (vielen Dank!) bester Stimmung und hoffnungsfroh. Getrübt wurde die Stimmung allerdings immer wieder durch Sätze wie:
‚Das darf nicht sein, das mit der Erbbaupacht’ oder
‚Die Fensterläden müssen wieder offen sein’ oder
‚Das Ganze bleibt liegen bis es abgerissen werden muß’ oder
‚Heidelberg erkennt seine kulturellen Schätze nicht’ oder, oder….!
Aber es gab auch Ausrufe wie: ‚Dieser Ort ist ein ganz besonderer, hört einmal!’ und ‚Dieses Kulturgut muß im Besitz der Stadt, im Besitz der Heidelberger Bürger bleiben.’

Unsere Sorge um den Wolfsbrunnen ist groß. Die Zeit heilt nicht nur Wunden, sie kann auch zu irreversiblen Schäden führen: Der Leerstand von nun bald 2 Jahren hat seine Spuren hinterlassen, die Schäden nehmen exponential zu. Ziel muß sein, das Gebäude schnellstmöglich wieder gastronomisch zu nutzen. Die dafür notwendigen Vorleistungen sind von der Stadt zu erbringen, so wie es vor zwei Jahren durch die Bereitstellung von Sanierungsgeldern auf den Weg gebracht wurde.
Der Freundeskreis Wolfsbrunnen fordert nach wie vor den Verbleib im Besitz und Eigentum der Stadt Heidelberg und eine rasche Verpachtung der Gaststätte mit einem Konzept, das ein realistisches Maß an Umsetzbarkeit besitzt. Darüber hinaus gehende Forderungen, wie z.B. eine monatliche Nutzung des Jetta-Saals für kulturelle Veranstaltungen stellen wir vorerst nicht auf. Wir haben Bedenken, ob das der Sache dient, schnell einen Pächter zu finden. Wir vertrauen auf die Überzeugungskraft unseres Engagements und wünschen uns eine für beide Seiten gewinnbringende Kooperation mit dem neuen Pächter.

Nun noch einige Anmerkungen zum Thema Kosten:
Wir sind keine Betriebs-, Volks- oder Gastwirte. Dennoch erscheint es uns wenig logisch zu erwarten, dass ein Erbbaupächter 1,7 Mill.€ in diesen Ort investiert, dessen Wert in erster Linie ein kultureller und naturräumlicher ist. Eine ortsübliche Rendite ist hier nur durch eine massive Ausnutzung des Geländes zu erzielen – und dies ist gleichbedeutend mit der Zerstörung dieses Kulturgutes.
Wenn im kommunalen Alltagsgeschehen die Investitionssumme von 1,7 Mill.€ die Runde macht, dann ist dies für uns ein ‚Totschlag-Argument’, denn wer kann hier und jetzt und heute mal so locker Millionen bereitstellen.

Es ist höchste Zeit, ein Stufenkonzept zu erarbeiten, um die notwendigen Gelder in den kommenden Jahren nach und nach abzurufen bei gleichzeitiger In-Betriebnahme der Gaststätte auf kleinster Flamme in 2010.
Herr Ulrich Wienker, Schlierbacher Bürger, hat sich genau mit diesem Thema auseinander gesetzt und uns freundlicherweise seine Ideen zur Verfügung gestellt. Wir wollen sie an Sie als Anregung und ohne Kommentar weiterreichen. Falls Bedarf nach mehr Informationsaustausch besteht, möchten wir Sie bitten, sich direkt mit ihm in Verbindung zu setzen*.

Zum Abschluß bleibt die Bitte des Freundeskreises Wolfsbrunnen, dem Antrag auf Neuausschreibung zur Vergabe des Anwesens als Erbbaurecht abzulehnen.

Mit dem Motto der Denkmalpflege ‚Machen Sie’s dem Alten leichter, damit Vergangenheit Zukunft hat’ schließe ich hoffnungsvoll und wünsche wie immer

Frohes Schaffen

Kathrin Rating
Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.
Der Verein mit dem besonderen Engagement

* Die Ideen und Skizzen von Herrn Wienker sowie seine Kontaktadresse erhielten die Gemeindräte zusammen mit dem Brief per Post.

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So viele Quellen - so wenig genutzt!

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Etwa 30 Gäste nahmen im Jetta-Saal Anteil an den Ergebnissen der Forschung der Geographin Martina Strakova, die auf Anregung des Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V. ihre Magisterarbeit über die Hydrogeographie und Wassernutzung am Wolfsbrunnen vorstellte.

Überaus beeindruckend, dass die alten Karten des Wolfsbrunnens aus den Archiven der Stadtverwaltung und der Heidelberger Stadtwerke durch ein modernes Darstellungsprogramm digital (ArcGis 9.2) an neueste satellitengestützte Darstellungen, Karten, Schnitte und Profile angepasst werden konnten und diese überlagerten Karten nun z.B. in Schrägsicht aus allen Perspektiven und Himmelsrichtungen das Gelände zeigen!

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So wurde uns deutlich, wieso ausgerechnet hier aus einem großen Einzugsgebiet das Wasser zu Tage tritt und über Jahrhunderte eine große Bedeutung für Schlierbach (5 Mühlen!) und die Heidelberger Wasserversorgung (Trinkwasserversorgung) besaß.

Dass seit 1997 die 15 Quellen des Wolfsbrunnentals nicht mehr genutzt werden, fast alle Quellen inzwischen nicht mehr zugänglich sind, selbst der Schlierbach fast vollständig unterirdisch dem Neckar zufließt, stimmte die Zuhörer traurig und passt zum desolaten Zustand des Gasthauses, dessen Zukunft noch immer völlig ungewiss ist.

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Frau Strakova erinnerte an die Geschichte dieser Nutzung, die seit dem 14. Jahrhundert belegt ist, aber bereits viel früher begann. Überaus schwierig war für sie die Erfassung der zahlreichen unterirdischen Zuläufe und gemauerten Fassungen.

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Neu war für wohl alle im Saal die Erkenntnis, dass der Wasserzufluss in das Wolfsbrunnental keineswegs durch die Wasserscheide auf den umliegenden Berggipfeln definiert und begrenzt ist. Die schräg liegenden geologischen Schichten, durch die Aufwölbung und den Einbruch des Rheintalgrabens vor hunderten von Millionen Jahren bedingt, leiten auch Wasser aus westlichen Gebieten jenseits des Königstuhls nach Schlierbach, - unterirdisch natürlich, denn oberirdisch wird der Westhang des Gebirges zur Rheinebene entwässert. So erklärt sich die ungeheure Wassermenge von etwa 1 113 00 cbm, die jährlich dem Schlierbachtal zugeleitet werden, wie Frau Strakova berechnete. Nur 262 000 cbm treten, vor allem aus der Hangquelle, Felsenmeerquelle und Rostquelle, an die Oberfläche. „Wo bleibt die Differenz?“ schmunzelte die Referentin. Nach Abschluss ihrer Forschungen wird sie ihre Ergebnisse in einem weiteren Vortrag darstellen.

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