Archiv für Juli 2010

Danke!

band-2.jpg

Liebe Wolfsbrunnen-Freunde,
sehr geehrte Damen und Herren,

es war ein Sommer-Abend-Traum, ein mit allen wachen Sinnen gelebter!
Mit einem lauen Sommerwind und angenehmen Temperaturen!
Mit Ohne-Regen!
Mit Gästen, die wie für diesen Ort geschaffen schienen und die Kulisse des Tales aufs vornehmste ergänzten!
Mit Darbietungen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, aber eines gemeinsam hatten: sie waren hervorragend. Einen besonderen Dank an die Kurpfälzer Alphornbläser, das Baggenuff Theater, unsere hauseigene ‘Il gruppo fontana di lupo’, Herrn Diehm mit all seinen Melodien und dem Gedichte-pas-de-deux von Opitz und Friedl. Bravo!
Da wir die Zukunft noch nicht hinter uns haben, vielmehr sehnlichst auf sie warten, konnte unsere Neugier mit der Präsentation von Herrn Hauschild zum Procedere etwas gestillt werden. Wir sind weiterhin gespannt.

Es war ein Abend, der ohne die Hilfe vieler Hintergrund-Akteure nicht hätte stattfinden können – man denke nur an die vielen Köstlichkeiten des Buffets, den traditionellen Blumenschmuck, aber auch an das Schleppen von Tischen und Bänken. Ihnen allen sei hier von Herzen gedankt – die Mühe hat sich gelohnt.

So hat sich mal wieder gezeigt, daß der Wolfsbrunnen ein Ort ist, der nicht vergessen werden kann, der lebt und lebt und lebt und falls wir daran zweifeln sollten, so liegt bestimmt wieder ein Brief des kulturellen Gedächtnisses im Briefkasten, der uns zum Weitermachen aufmuntert.

In diesem Sinne
…weiter geht’s.

Frohes Schaffen

Freundeskreis Wolfsbrunnen
Der Verein mit dem besonderen Engagement

band-1.jpg

Eine Absage

Zu unserem diesjährigen Sommer-Abend-Traum hatten wir einen Ehrengast geladen. Leider hat er abgesagt. Doch hat er die Gelegenheit genutzt, dem Freundeskreis Wolfsbrunnen einen Brief zu schreiben, einen denkwürdigen Brief, den unsere Vorsitzende Kathrin Rating bei der Eröffnung des Sommerfestes verlas und den wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

Wir haben ihn für Sie kopiert und illustriert, und zwar mit Impressionen von unserem Sommer-Abend-Traum, von dem unser Ehrengast leider nur träumen kann.
……………………………………………………………………………………………………………………………………
dsc_0013-495.jpg

dsc_0010-495.jpg
Sommer-Abend-Traum-Anfang: Thomas Bölling beginnt mit dem Sonnett „Vom Wolfsbrunnen bey Heidelberg“ von Martin Opitz (1624) - schon eine Institution. Kathrin Rating begrüßt die Gäste und verliest den Brief:
……………………………………………………………………………………………………………………………………

Lieber Freundeskreis Wolfsbrunnen,

vielen Dank für die Einladung zu Ihrem Sommer-Abend-Traum. Leider bin ich in einer anderen Sache unterwegs und kann nicht kommen. Ich möchte aber die Gelegenheit nutzen, um das niederzuschreiben, was ich Ihnen schon lange sagen wollte.
……………………………………………………………………………………………………………………………………
dsc_0009-495.jpg

dsc_0041-495.jpg
Die “Kurpfälzer Alphornbläser” lassen das Schlierbachtal erklingen. - Wie antworten die Mönche von Ziegelhausen dem Alphorn bzw. dem “Handy der Hirten”? Wer beim Fest war, weiß es…
……………………………………………………………………………………………………………………………………

Das was Sie tun, verdient großen Respekt und Anerkennung. Denn: mit Ihrer Arbeit sichern Sie nicht nur den freien Blick ins Tal und ermöglichen einer Vielzahl von Arten der Flora und Fauna einschließlich ihrer Subspezies einen auskömmlichen Standort und die Chance, nicht vom Knöterich verdrängt zu werden. Nein, Sie haben es in den Jahren Ihrer Arbeit auch verstanden, den genius loci mit einer Vielzahl von kleinen, aber feinen Veranstaltungen am Leben zu erhalten und, erlauben Sie mir einen Terminus technicus der Jetztzeit, immer wieder up zu daten.
……………………………………………………………………………………………………………………………………
dsc_0051-495.jpg

dsc_0052-495.jpg

dsc_0054-495.jpg

dsc_0064-495.jpg

dsc_0069-495.jpg
“Wolfsbrunnen reloaded”, Performance des Baggenuff-Theaters unter Leitung von Wolf Rüdiger Wilms. Der Umgang mit Gewalt ist das zentrale Thema. Wie setzt man das in Szene? Die jugendlichen Darsteller nutzen dafür die Landschaftsbühne des Wolfsbrunnens. Das Publikum ist beeindruckt - großer Applaus!……………………………………………………………………………………………………………………………………

Ich erinnere mich an Vorträge zur Amour Fou und der Liberté, zur Heidelberger Romantik, zu Wagner, zu den Mühlen, zur Baugeschichte des Hauses, zu Stift Neuburg, zu Käschten, Forellen und Wildbret, zu der tragischen Liebe von Clara du Plessis und Clairant, an Vogelwanderungen und vieles mehr. Damit pflegten Sie die Tradition des Ortes als literarischen Ort. Vielen Dank.
……………………………………………………………………………………………………………………………………
dsc_0072-495.jpg

dsc_0073-495.jpg

dsc_0075-495.jpg

dsc_0086-495.jpg
Il Gruppo Fontana di Lupo hat sich diesmal das “Gästebuch” vorgenommen. Mit Witz und Esprit besingt die “hauseigene” Theatergruppe Menschen und Schicksale am Wolfsbrunnen - es wird herzlich gelacht und applaudiert!
……………………………………………………………………………………………………………………………………

Wie ich hörte hat das Haus nun auch wieder eine Zukunft und das Tal der Unsicherheit durchschritten – übrigens ein geschichtlicher Wiederholungsfall, fast möchte ich von einem jahrhunderte alten Konditionstraining sprechen - was mal wieder geholfen hat, diese Zeit zu überstehen und die 450jährige Geschichte des Ortes fortzuschreiben – eine vornehme Aufgabe, nicht einfach, aber… das muß ich nochmals betonen, der Sie offensichtlich gewachsen sind.
……………………………………………………………………………………………………………………………………
dsc_0049-495.jpg

dsc_0026-495.jpg

feen-495.jpg
Fahnen am Haus! Hier tut sich was - hier sprudeln “Quellen der Inspiration”: Jetta & der Wolf begrüßen die neuen Initiatoren am Wolfsbrunnen und heißen sie herzlich willkommen: Andreas und Marion Hauschild mit ihren Töchtern, den „guten Feen“ Emilia und Levinia.
……………………………………………………………………………………………………………………………………

Die letzten 2 ½ Jahre waren für Sie alle nicht einfach, wie ich hörte, wuchs der Zweifel an der Demokratie auf kommunaler Ebene, an der Wertschätzung des Heidelberger Kulturgüter durch die kommunalen Entscheidungsträger.

Wie ich auch hörte, trug die Vorsitzende Ihres Vereins sich mit dem Gedanken, die ihr im Jahre 2008 für ihre Arbeit am Wolfsbrunnen verliehene Bürgerplakette im Teich zu versenken, nicht ohne Publikum und ernste Worte zum bürgerschaftlichen Engagement. Dies ist nun erst einmal vom Tisch, nicht wahr? Gut so, denn dieser Teich ist in seinem derzeitigen Zustand einer Bürgerplakette nicht würdig. Kleiner Tipp: sorgen Sie vor und geben dem Schlierbach und seinen Teichen und Bassins bald wieder eine würdige Gestalt.
……………………………………………………………………………………………………………………………………
dsc_0114-495.jpg

dsc_0110-495.jpg

gewinne-495.jpg
Tombola für einen guten Zweck! “Wer will nochmal, wer hat noch nicht?” - Andrang bei den Losverkäuferinnen mit den “grünen Hauben”. Nieten… Nieten… Hauptgewinn: ein Gartensitz-Ensemble!!! Die Kids sahnen ab…
……………………………………………………………………………………………………………………………………

Ich will und muß nun zum Abschluß kommen – noch viele Briefe mit mahnenden, aber auch aufmunternden Worten müssen geschrieben werden – die heutige Zeit verlangt dies leider von mir.

Machen Sie unbedingt weiter so. Schreiben Sie die Liste berühmter literarischer Namen wie Goethe, Achim von Arnim und Brentano, Opitz, Tieck, Kotzebue, Hebbel, Lenau, Keller, Zuckmayer (den vergessen Sie bitte nie, der hat offensichtlich an diesem Ort das Leben mit allen Sinnen genüsslich gelebt) und all den anderen.
……………………………………………………………………………………………………………………………………
dsc_0015-495.jpg

dsc_0090-495.jpg
Vom Volkslied bis zum Wolfsbrunnen-Rap, eine musikalische Reise von und mit Werner Diehm und seinem Keyboard. Ein gut gelauntes Publikum begleitet ihn. Eine Reise ins Land der Poesie unternehmen Heidi Friedl und Thomas Bölling: Gedicht-Rezitationen, heiter und besinnlich!
……………………………………………………………………………………………………………………………………

Möge auch das Gästebuch wieder zum Leben erweckt werden, wenn die Gaststätte wieder aufgemacht wird. Dann ist auch hier die Gästeliste fortzuschreiben, die eine Vielzahl berühmter Vertreter des Hochadels enthält. Aber es geht nicht nur um die berühmten Persönlichkeiten. Vielmehr geht es um all die Menschen, die die Fähigkeit haben, diesen Ort mit seiner Geschichte und seinem lebenden Inventar von Flora und Faune zu genießen und wertzuschätzen bzw. bereit sind, dies zu lernen. Helfen Sie dabei. Ich werde hierzu meinen Beitrag leisten.
……………………………………………………………………………………………………………………………………
dsc_0132-495.jpg

dsc_0134-495.jpg
Kleines open-air-Kino: Andreas Hauschild präsentiert das neue Konzept für den Wolfsbrunnen und dazu einen kurzen Werbefilm. Der Freundeskreis Wolfsbrunnen und die Gäste sind gespannt und drücken die Daumen…
……………………………………………………………………………………………………………………………………

Nun gilt es noch, Ihnen von Herzen einen wunderbaren Abend zu wünschen. Dank an alle Mitwirkenden, die dieses spannende Programm ermöglicht haben.

Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr zum 5. Sommer-Abend-Traum.
Wie enden immer Ihre Schriftstücke?

…weiter geht’s.
Frohes Schaffen
Ihr kulturelles Gedächtnis

……………………………………………………………………………………………………………………………………
dsc_0104-495.jpg

Sommer-Abend-Traum-Ende: Gute Nacht und Auf Wiedersehen beim nächsten Sommer-Abend-Traum 2011!
……………………………………………………………………………………………………………………………………

„Froh seyn und Weh seyn“…

…so erlebe man die Natur, meinte Friedrich Schiller. - Und wie erleben seine Nachfahren bzw. erlebten seine Vorfahren die Natur?

ak-495.jpg

Eine Antwort darauf gab Prof. Dr. Annette Kämmerer. Im voll besetzten Jettasaal der verwaisten Gaststätte zum Wolfsbrunnen beleuchtete sie die Angst des Menschen in der Natur, vor der Natur und um die Natur.

Anhand von Beispielen aus der europäischen Malerei und Dichtung zeigte sie, wie die Menschen bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts in vielen Naturerscheinungen (z.B. Meer, Gebirge, Nacht) das Wirken unsichtbarer und bedrohlicher Mächte sahen.

gebirge-495.jpg

Donner, Erdbeben, Überschwemmungen wurden als „Zorn Gottes“ über die Sünden der Menschen erklärt. Natürliche Phänomene wie Kometen, Sonnenfinsternis wurden gedeutet und man versuchte, sich mit dem noch Unerklärlichen in der Natur durch Rituale und Buße zu arrangieren.

Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Aufklärung entzauberten die Welt, diffuse Ängste wurden durch Vernunft besiegt, der strafende Gott wurde zum gütigen Gott. Blitz bedeutete nun nicht mehr die strafende Hand Gottes, sondern eine elektrische Entladung, die durch einen Blitzableiter unschädlich gemacht werden kann.

sommer-495.jpg

Die Neuzeit öffnete alle Naturräume für den fast angstfreien Zugriff des Menschen: Die Bergwelt der Alpen, von unseren Ahnen gefürchtet und gemieden, wird heute von Millionen Menschen als Ort der Erholung und Quell der Freude aufgesucht. Das Meer, dessen Stürme und „Ungeheuer“ ebenfalls angstbesetzt war, wird heute von allein segelnden Teenagern bezwungen.

Inzwischen ergreift mehr und mehr die Angst um die Natur Besitz von uns: Wir fürchten nicht mehr Hexen und Wölfe, sondern wir fürchten uns vor den unbesonnenen Eingriffen des Menschen in die Natur. Jeder im Saal dachte sorgenvoll an die Ölbohrungen im Golf von Mexiko…

Es war ein spannender Abend zum Thema Angst und Natur, dem die Referentin mit Musik- und Gedichtbeispielen noch ein i-Tüpfelchen aufsetzte!

__________i__________

Die Saison beginnt

korb-495.jpg

Endlich Sommer! Wir packen wieder unsere Picknickkörbe und ziehen in die Natur – zum Wolfsbrunnen natürlich!

Dort treffen wir uns jeden Donnerstag ab 18.00 Uhr zum Picknick und genießen den Ausklang des Tages an diesem wunderschönen Ort.

Kommen Sie doch auch! Wir freuen uns auf Ihre Gesellschaft !

:: :: :: :: ::
:: ::