Archiv für September 2010

Das Labyrinth - Weg zur Selbstfindung

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Heckenlabyrinth im Schlosspark von Villandry/Loire

Schon immer fanden es Menschen faszinierend, die Orientierung zwischen hohen Heckenmauern zu verlieren und spielerisch einem Ziel zuzustreben, das man manchmal erblicken, aber dennoch schwierig erreichen kann.

Früher als Anziehungspunkt feudaler Gärten für wenige zugänglich, sind heute Maislabyrinthe in der Landschaft für den Landwirt Zubrot. Labyrinthe und Irrgärten erfreuen sich großer Beliebtheit und entstehen wieder neu in vielen Parks und Anlagen.

Beim Septembervortrag zeigte Hans-Martin Gäng Irrgärten aus der Vogelschau und schilderte deren Entstehung im 16. Jahrhundert in Italien, Frankreich und England - ihre Entwicklung aus den mittelalterlichen Labyrinthen der gotischen Kathedralen und „Trojaburgen“ Skandinaviens.

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Steinlabyrinth Whitechapel

Labyrinthe und Irrgärten bedeuten keineswegs das gleiche, wie Gäng an vielen Beispielen erläuterte: Im Labyrinth gibt es nur einen Weg und dieser führt zur Mitte. Der Weg wechselt ständig die Richtung, der Weg ist kreuzungsfrei und führt immer wieder am erstrebten Ziel vorbei. Mit einem Maximum an Umwegen wird der Raum ausgefüllt. Im Zentrum muss man umkehren und denselben Weg zurück gehen. Theseus war im kretischen Labyrinth also keineswegs auf Ariadnes Faden angewiesen, als er in den Kerkern des Palastes den Minotauros tötete.

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Fingerlabyrinth an der Fassade der Kathedrale San Martino in Lucca/Toscana

Im Irrgarten dagegen gibt es mehrere Wege und Kreuzungen, der Besucher kann in die Irre gehen. An Verzweigungen und Kreuzungen muss man sich entscheiden. Die Suche nach dem richtigen Weg wird zu einer amüsanten oder auch frustrierenden Suche, zum Spiel.

Labyrinthe werden genutzt zum Zeitvertreib, zum Nachdenken und Meditieren. Sie sind eine Einladung, sich auf den Weg zu machen - zu sich selbst. Labyrinthe, die es rings um das Mittelmeer, in Großbritannien und Skandinavien in unterschiedlichsten Formen und Größen gibt, wurden auch als ritueller Ort oder als Tanzplatz an besonderen Festtagen genutzt. Oft wurden sie als Symbole für Troja und Jerusalem, für den Lebensweg und für Pilgerreisen errichtet. In esoterischen und kirchlichen Kreisen kam es in den letzten Jahren zu einer Renaissance des Labyrinths, es fehlt auf keinem Kirchentag.

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Bartolomeo Veneto, Bildnis eines jungen Mannes (um 1510)

Hans-Martin Gäng sah Labyrinthe eher als schöne Orte der Muße, der Freude und des Innehaltens und könnte sich vorstellen, dass eines Tages der Quellengarten am Wolfsbrunnen ein geeigneter Ort für ein Stein- oder Rasenlabyrinth werden könnte.

Die interessierten Zuhörer konnten sich mit Papier und Bleistift im Zeichnen des klassischen Labyrinths aus den Grundformen Kreuz, Ecken, Punkten mit sieben Umgängen nach dem antiken Vorbild aus Knossos, Kreta bereits einüben…

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Wanderung…

(Bild groß)
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…auf der Suche nach der zerbrochenen Schale!

Exkursion mit Gerhard Hornung

25. September 2010 - 13.00 Uhr

Treffpunkt Parkplatz Gaststätte Molkenkur

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Die Spurensuche zur Heidelberger Geschichte geht weiter: waren es im letzten Jahr die Mühlsteine im Heidelberger Forst, so wollen wir uns nun auf den Weg machen, die zerbrochene Schale zu entdecken und mehr über das Woher erfahren.

Kommen Sie und brgleiten Sie uns auf der Spurensuche - es wird spannend!

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Labyrinthe und Irrgärten

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E I N L A D U N G

24. September 2010
19.30 Uhr

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Labyrinthe und Irrgärten
Vortrag
Hans-Martin Gäng

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Gaststätte Wolfsbrunnen, Jetta-Saal
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Heidelberg-Schlierbach

Das Labyrinth ist eine faszinierende uralte Figur, ein Rätsel, ein heiliges Zeichen. Wo und von wem es erfunden wurde, weiß man nicht. Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt sein Ursprung im Mittelmeerraum.

Nie geriet das Labyrinth in Vergessenheit. Seit 5000 Jahren zieht es überall auf der Welt seine Spuren durch die Kulturgeschichte. Im 16. Jahrhundert entwickelten sich aus dem Labyrinth auch Irrgärten zum Lustwandeln, zum Vergnügen und zum Verstecken, Suchen und Finden.

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Septemberbrief 10

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Liebe Wolfsbrunnen-Freunde,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Situation am Wolfsbrunnen bringt es mit sich, daß immer noch und immer wieder viele Gedanken um den Begriff Hoffnung kreisen.  Aus diesem Nachdenken ‚über’ wurde ein Blättern und punktuelles Nachlesen im Buch von Ernst Bloch  „Das Prinzip Hoffnung“.  Es endete mit dem Wunsch, dieses umfangreiche Werk nochmals in Ruhe und vollständig zu lesen – vielleicht auf einer Bank am Wolfsbrunnen. Bis dahin wird es aber noch einige Zeit dauern, denn: der Sachstand zum Thema Haus ist immer noch der gleiche, noch gibt es kein unterschriebenes Vertragswerk.

Der Freundeskreis Wolfsbrunnen wird also weiterhin voller Hoffnung sein Engagement für diesen Ort fortsetzen, ihn genießen, davon träumen, daß das Haus bald wieder mit Leben erfüllt ist und Zukunftspläne schmieden.

Aktuell möchten wir Sie zu zwei Veranstaltungen einladen: zum einen wird Hans-Martin Gäng uns mitnehmen zu einem gedanklichen Spaziergang durch Labyrinthe und Irrgärten. Zum anderen geht es mit Gerhard Hornung hinaus in den Wald …auf der Suche nach der zerbrochenen Schale.

Bis dahin wünschen wir Ihnen einen sonnigen September und wie immer

Frohes Schaffen

Kathrin Rating
Freundeskreis Wolfsbrunnen

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Kultur in Bewegung

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Bei schönstem Spätsommerwetter fand am 12. September der bundesweite Denkmaltag statt, und der Freundeskreis nahm zum 5. Mal daran teil! „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“ war das Motto 2010.

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Auch die an Kultur Interessierten waren in Bewegung: allein zum Wolfsbrunnen kamen über 100 Besucher und Besucherinnen, die den Ort besichtigten, spazierengingen, auf den Schlangenbänken saßen, die Ruhe und den Blick ins Tal genossen, die an den Führungen von Heidi Friedl teilnahmen, Fragen zur Vergangenheit stellten und wissen wollten, wie es denn weitergehe…?

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Was die Zukunft des Wolfsbrunnens betraf, war Herr Hauschild der richtige Ansprechpartner: er erläuterte seine neu geründete Initiative, die architektonischen Pläne sowie das Nutzungskonzept und fand dafür allgemeine Zustimmung.

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Das rege Interesse an der Vergangenheit wie an der Zukunft des Wolfsbrunnens hat uns vom Freundeskreis sehr gefreut und Mut gemacht. Und was uns ebenso gefreut hat, war das angenehme Publikum, das offensichtlich Zeit mitgebracht hatte, die Wolfsbrunnen-Anlage aufmerksam zu erkunden, unsere „hauseigenen“ Informationen zu studieren und mit uns länger ins Gespräch zu kommen. Sogar unsere Mitgliederliste hat sich dabei verlängert…

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Gemäß dem Denkmal-Motto wurde auch „gehandelt“: es gab einen Büchertisch mit Büchern rund um das Thema Denkmalschutz (Antiquariat Goethe & Co., Heidelberg, s. Linkliste) und einer Auswahl von Garten- und Pflanzenbüchern (Mitglieder des Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V., deren Einnahmen in die Spendenkasse wanderten – herzlichen Dank).

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Und herzlichen Dank auch an zwei weitere Mitglieder, die neue Kreationen des Wolfsbrunnengebäcks - süß und salzig – „auf den Markt“ brachten (gemäß dem Motto des Denkmalstags)!

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Tag des offenen Denkmals 2010

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EINLADUNG

Tag des offenen Denkmals
“Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr”
12. September 2010

Führungen durch die Wolfsbrunnen-Anlage
11 Uhr und 15 Uhr

Der Tag des offenen Denkmals steht dieses Jahr unter dem Motto “Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr”. Am Sonntag, 12. September, werden in ganz Deutschland Türen und Tore historischer und kultureller Stätten geöffnet, auch solche, die sonst verschlossen bleiben.

Die Stadt Heidelberg beteiligt sich in diesem Jahr zum 17. Mal in ununterbrochener Folge am Tag des offenen Denkmals und koordiniert die Veranstaltungen in der Stadt. 21 Stationen stehen auf dem Programm der Stadt Heidelberg, darunter natürlich auch die Wolfsbrunnen-Anlage.

Wir bieten zwei Führungen an: um 11 und um 15 Uhr. In Anlehnung an das diesjährige Motto haben wir das Heidelberger Antiquariat “Goethe & Co.” eingeladen, das einen Bücherstand aufbaut und Literatur rund um das Denkmalthema präsentiert. Außerdem ist ab Sonntag eine neue Kreation des Wolfsbrunnen-Gebäcks “im Handel”!

Neugierig geworden?
Dann kommen Sie!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch…

Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.
Der Verein mit dem besonderen Engagement

(Mehr Informationen zum Denkmalschutz und zum Tag des offenen Denkmals finden Sie auf unserer Link-Liste)

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