Archiv für April 2012

Mitgliederversammlung 2012

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Einladung
Mitgliederversammlung

10. Mai 2012, 19.00 h Bürgerhaus
Schlierbacher Landstraße 130
69118 Heidelberg

Liebe Mitglieder des Freundeskreises,
wie immer in den letzten Jahren, nun zum 6.Mal und fast immer zur gleichen Zeit, wollen wir uns zusammensetzen, um das Vereinsleben Revue passieren zu lassen - mit allen Fakten, Freuden und Leiden, so wie es unsere Satzung vorsieht.
Aber das Gestern hat auch ein Heute und ganz sicher auch ein Morgen, das es zu gestalten gilt. Und das ‚Wie-Weiter’ soll, neben den Vereinsformalitäten, Thema des Abends sein, zu dem ich Sie herzlich einlade.

Tagesordnung:

1. Begrüßung
2. Genehmigung der Tagesordnung
3. Bericht der Vorsitzenden
4. Anträge *)
5. Kassenbericht
6. Kassenprüfung
7. Entlastung des Vorstandes
8. Vorstandswahlen
9. Neuwahl der Kassenprüfer für 2013
10. Vorschau 2012-zweites Halbjahr: Veranstaltungen, Haushalt
11. Verschiedenes
*) Anträge sind bis zum 1. Mai 2012 an die 1. Vorsitzende schriftlich einzureichen.

Bis dahin wünsche ich
Frohes Schaffen

Kathrin Rating
Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.

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Die Rolle der Bäume im Naturtheater

Um es vorweg zu sagen: eine Führung mit Prof. Dr. Hartmut Troll ist ein Erlebnis! Der Experte für Landschafts- und Gartenarchitektur ist nicht nur ein hervorragender Wissensvermittler, sondern auch ein amüsanter Erzähler - auf jedes Stichwort folgt eine Geschichte! Also wen wundert’s, wenn sich bei seinen Führungen die Teilnehmer um ihn scharen…

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Bildmitte: Prof. Dr. Hartmut Troll/Staatliche Schlösser und Gärten BW
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So auch am 13. April im Schwetzinger Schlossgarten. Es war eine weitere Veranstaltung, die gemeinsam vom Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V. (DGGL) initiiert wurde.

Bei dieser Führung ging es vor allem um die Geschichte des Gartens, seiner Pflege und Entwicklung sowie um die aktuellen Maßnahmen hinsichtlich des Antrags auf Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO.

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Kreisparterre mit Arion-Brunnen, im Hintergrund die “jungen” Linden
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Vieles wurde angesprochen und gab Denkanstöße, z.B. die Bedeutung des Ehrenhofs, der Anachronismus des Kreisparterres, die Charakterrolle der Bäume im barocken Naturtheater…

Ganz wichtig in diesem Kontext sind die Linden, die traditionell das Entrée markieren. „Zipfelmützig“ geschnitten sehen sie wie junge Bäumchen aus und vermitteln das Bild ewiger Jugend. Kommt einem das nicht bekannt vor!?

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Berceaux de treillage
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Vom Kreisparterre ging’s weiter zu den Laubengängen, den Berceaux de treillage, die gerade aufwändig restauriert werden: wo nötig, müssen die Fundamente erneuert, die Stahlkonstruktionen entrostet und die Holzgitter repariert werden. Dann wird das Gitterwerk wieder aufgesetzt und bepflanzt - doch das wird noch eine Weile dauern.

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Kastanien-Allee
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Eine ständige Herausforderung für die Experten ist das Gartenbild – damals und heute:

  • Wie sah es hier im 18. Jahrhundert aus, was wurde gepflanzt und warum?
  • Wie war die Höhe, Form und Anordnung der Bäume?
  • In welchem Abstand wurden sie gepflanzt, hatte man dabei die breiten Reifröcke der Damen brücksichtigt…?
  • Warum entstand zwischen Boskett und Orangerie ausgerechnet eine Kastanien-Allee?
  • Welche Charakterrolle besetzt die Ulme im Boskett?

…und so könnte man weiterfragen und bekäme von Hartmut Troll immer eine fundierte Antwort.

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alte und junge Ulmen im Boskett
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Der Baum-Code ist spannend wie ein Krimi, besonders wenn „Kommissar Troll“ ermittelt und vermittelt.

Deshalb war der Wunsch nach Fortsetzung groß – und er wird erfüllt werden, voraussichtlich noch in diesem Herbst. Wie schön!

Großer Applaus, Dank + Geschenke vom Freundeskreis Wolfsbrunnen, der DGGL und den zahlreichen Teilnehmern.

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Hartmut Troll + Kathrin Rating (Freundeskreis Wolfsbrunnen)
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Also bis zur nächsten “Ermittlung im Fall Schwetzinger Schlossgarten”

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Treffpunkt “Tatort”
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Der Schwetzinger Schlossgarten

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DER SCHWETZINGER SCHLOSSGARTEN

Führung mit Prof. Dr. Hartmut Troll
Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Im Jahre 1720 kehrten die Kurfürsten Heidelberg den Rücken, um fortan in Mannheim und Schwetzingen zu residieren… und um ein Werk der Gartenkunst zu schaffen, das immer noch zu den herausragendsten Kulturgütern zählt: der Schwetzinger Schlosspark. Seine Baugeschichte und die Geschichte der Pflege und Entwicklung sind heute bei einem Rundgang in eindrucksvoller Weise nachzuvollziehen – besonders dann, wenn dies durch einen ausgewiesenen Fachmann erläutert wird.

Wir wünschen allen Teilnehmern einen sonnigen Freitag-Nachmittag, interessante Gespräche, neugierige Fragen und erkenntnisreiche Antworten – am

13. April 2012, 16.00 Uhr
im Schwetzinger Schlossgarten
Treffpunkt Haupteingang Kassenbereich

Die Führung ist kostenlos.
Der Eintritt zum Garten ist von jedem Teilnehmer selbst zu zahlen.

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Grüne Gaumenfreude am Wolfsbrunnen

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Ein Kälteeinbruch nach warmen Frühlingstagen konnte ein Dutzend Besucher nicht davon abhalten, sich gemeinsam mit dem Diplom-Biologen Rüdiger Becker auf die traditionelle Kräuterwanderung rund um den Wolfsbrunnen zu begeben.

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Mit Kennerblick entdeckte unser “Kräuterhexer” die verborgendsten Fundorte grüner Gaumenfreude… am Hang, auf der Wiese, am Bach…

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Der Chronist gesteht, dass er nur wenige Kräuter wieder erkannte, obwohl er nun schon zum vierten mal teilnahm. Seine Aufmerksamkeit erwachte erst gegen Ende des einstündigen Rundganges, als nämlich die gesammelten Kräuter geprüft, gewaschen, gehackt und mit hart gekochten Eiern und Yoghurt vermischt wurden. Aus der nahen Küche der Familie Vogelsang wurden heiße Pellkartoffeln geliefert und dann folgte der erhoffte kulinarische Genuss!

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Nahe der hessischen Grenze kennen wir alle die „Grüne Sauce“, die schon Johann Wolfgang Goethe als Frankfurter Leibgericht schätzte. Jedoch die Wolfsbrunnen-Kräutersauce ist von einer so außergewöhnlichen Qualität, die die sieben Kräuter vom Marktstand nicht liefern können!

Voraussetzung für diesen feinen Geschmack ist die genaue Kenntnis der Kräuter und die Auswahl von jungen Blättern und Trieben. So lernt man nebenbei, dass der Name des Krautes „Mädesüß“ (Filipendula ulmaria) – schon der Name verrät, dass so etwas fein schmecken muss! – sich vielleicht von seinem Gebrauch als Würzmittel für den mittelalterlichen Honigwein Met ableitet, vielleicht aber auch von seinem Duft während der Heumahd.

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Was fanden, rochen, schmeckten und verzehrten wir in diesem Frühjahr?
Löwenzahn, Giersch, Brennnessel, Knoblauchrauke, Bärlauch, Wiesenlabkraut, Bärenklau, Mädesüß, Brunnenkresse, Scharbockkraut, Sauerklee, Gundermann…

Ein „Amuse gueule“ der besonderen Art war die Präsentation einiger Kleinfunde von der Baustelle des Gasthauses. Folkwin Vogelsang hatte als ehemaliger Mitarbeiter des Kurpfälzischen Museums die Augen offen bei den Baggerarbeiten und konnte einige Keramikscherben und Glasreste aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert aus dem Abraum bergen (wir berichteten bei der WolfsbrunnenWerkstatt Nr. 12 darüber).

Ein herzliches Dankeschön an Rüdiger Becker, an Familie Vogelsang und die Helferinnen beim Frühlingsmahl!

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