Archiv für Juni 2014

„Es ist schon eine wunderbare Zeit,…“

„Es ist schon eine wunderbare Zeit, die ich jetzt lebe“ ist ein Zitat der Heidelberger Gelehrten Marie Luise Gothein und der Titel einer Ausstellung in der Unibibliothek, die das Leben und Werk der Kulturhistorikerin in den Mittelpunkt stellt.

I. Die „Geschichte der Gartenkunst“ – ein Standardwerk seit 100 Jahren

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„Geschichte der Gartenkunst“
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Bekannt wurde Marie Luise Gothein vor allem mit ihrer „Geschichte der Gartenkunst“, die 1914 erschien und bis heute als Standardwerk gilt. Eine Zweitauflage, fünf Nachdrucke und Übersetzungen in englischer und italienischer Sprache belegen dies. Dabei war es mühsam, für das zweibändige Werk mit seinem reichen Bildmaterial einen Verleger zu fnden – Eugen Diederichs war es dann.

dsc_0090-495.jpgKarin Seeber
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Diesem Thema widmet sich die erste der vier Sektionen dieser Ausstellung, durch die uns Karin Seeber von der Uni Freiburg mit großem Detailwissen führte. Sie schreibt ihre Dissertation über Marie Luise Gothein und hat gemeinsam mit Dr. Maria Effinger die Ausstellung kuratiert.

II. „Hinaus in die Zukunft leben“ – von Preußen nach Heidelberg

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Morungen/Ostpreußen um 1900, Ort der Kindheit
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Die zweite Sektion verfolgt den Lebensweg der Geisteswissenschaftlerin von der preußischen Heimat bis zur „dritten letzten Heimat“ Heidelberg. Sie heiratete den Kulturhistoriker Eberhard Gothein, mit dem sie vier Söhne großzog. Er unterstützte sie bei ihrer Emanzipation und eigenen wissenschaftlichen Entwicklung, für die sie 1931 von der Universität Heidelberg den Ehrendoktortitel erhielt. Im selben Jahr starb sie.

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Marie Luise Gothein am Schreibtisch 1898
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Der 1. Weltkrieg, Tod und Verletzung der Söhne stürzten sie in eine tiefe Lebenskrise, die sie erst nach Jahren überwandt, als sie sich neue Arbeitsfelder erschloss: sie lernte Sanskrit und unternahm eine Studienreise nach Fernost – über Indonesien, wo ihr Sohn mit seiner Familie lebte, nach China und Japan.

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Fernostreise 1925/26
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III. „Dies Arbeiten selbst ist etwas so beglückendes“ – das Gesamtwerk

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Schriften zur Fernostreise
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Das Gesamtwerk von Marie Luise Gothein ist Thema der dritten Sektion und umfasst Schriften zu Fernost, zur Anglistik und Religionswissenschaft. Literaturwissenschaftliche Studien über die englischen Romantiker führten die Forscherin zum Landschaftsgarten und darüber hinaus zur Weltgeschichte der Gärten – ihrem Hauptwerk, an dem sie 10 Jahre lang arbeitete.

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Shakespeare-Übersetzung von Friedrich Gundolf
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Auch ihre Übersetzungskunst wird hier gewürdigt. Zeitlebens befasste sie sich zum Beispiel mit Shakespeare. Ihre Kritik an Friedrich Gundolf’s Shakespeare-Übersetzung führte zum lebhaften Diskurs, später zur Freundschaft mit ihm. Er war es, der die Laudatio zu ihrer Ehrendpromotion hielt.

IV. „Trotz allen Buchstudiums geht doch nichts über die Anschauung“ – die bibliophilen Quellen und Gartenreisen

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Englandreise 1909
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Mit Marie Luise Gothein’s Gartenreisen und bibliophilem Quellenstudium beschäftigt sich die vierte Sektion. Die Wissenschaftlerin bereiste viele Länder, darunter Italien, Frankreich, England und Griechenland, erforschte die europäische Gartenkultur ebenso wie die ägyptische, asiatische und islamische.

Aber nicht nur die Gärten der Welt hatte sie im Blick, auch die vor ihrer Haustür. Während sie den Hortus Palatinus auf dem Heidelberger Schloss nicht überzeugend fand, bewertete sie das Gartenreich in Wörlitz positiv.

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Josef Furttenbach’s Paradiesgärtlein in der „Geschichte der Gartenkunst“
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„ ‚Es ist schon eine wunderbare Zeit, die ich jetzt lebe’ –
Die Heidelberger Gelehrte Marie Luise Gothein (1863 bis 1931)“

Ausstellung in der Universitätsbibliothek Heidelberg, Plöck 107-109
Öffnungszeiten: täglich außer an Feiertagen 10 bis 18 Uhr (noch bis 31. August)

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Sommer-Abend-Traum 2014

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Liebe Freunde
der Wolfsbrunnen-Anlage!

Ein SOMMER-ABEND-TRAUM wird wieder Wirklichkeit!
Wir laden Sie herzlich ein, für ein paar Stunden diesen besonderen Ort mit vielen kleinen Köstlichkeiten und Überraschungen für Aug + Ohr, für Kopf + Magen + Seele zu genießen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen einige Darbietungen, die sich der Tradition des Ortes verpflichtet fühlen, nach dem Motto „Tradition hat Zukunft“:

„Smily voices“
Chor der Schlierbacher Grundschule, Leitung Al Nalder

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„Café Mayer“
Choreografischer Spielclub 2014, Leitung Wolf Rüdiger Wilms

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„16 Saiten + 4 Bögen“
 = 1 x Streichquartett

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„Lohengrin am Wolfsbrunnen“
Il grupo fontana di lupo

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Palette serviert Loriot’s
„Kosakenzipfel“

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„Jetta + Schwan + Wolf“
Kreatives Gestalten mit Anna Schneider

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…und natürlich:
Kulinarische Köstlichkeiten
vom Grill, aus der Schüssel, im Glas
en gros & en detail!

Es wird schön!
Kommen Sie? Wir auch!

Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.
in Kooperation mit
Wolfsbrunnen gGmbH

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