Archiv für Juli 2015

JULI-BRIEF

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Liebe Freunde der Wolfsbrunnen-Anlage,
sehr geehrte Damen und Herren,

der Sommer zeigt sich von seiner besten Seite, d.h. von seiner dem Wolfsbrunnen zugetanen Seite:

Laue Sommer-Nachmittage und -Abende an Tisch und Bank, ein kühles Getränk im Glas, eine Kleinigkeit für den Magen, Wassergeplätscher, Vogelzwitschern, ein laues Lüftchen ….. die Welt ist an diesem Ort in Ordnung, die Seele baumelt und fühlt sich rundum zufrieden.

Die Fertigstellung des Hauses schreitet voran, peu à peu: Die Gastronomie im 2. OG wird demnächst eröffnet, das Museumszimmer im 3. OG wartet auf seine Einrichtung und das 4. OG steht auf der to-do-Liste.

Die Außenanlage schreit nach Pflege und nach Wasser. In der Ferienzeit müssen wir auf den Einsatz der ‚Grünen Brigade’ verzichten, um so dringender ist der Einsatz beim WolfsbrunnenTreff am 08-08-2015, 10h, wer will auch schon um 9h.

Alle weiteren Termine für das 2. Halbjahr 2015 entnehmen Sie dem beigefügten Terminplan, der wieder mit spannenden Vorträgen lockt.

Wir wünschen Ihnen noch einen wunderbaren Sommer – dann und wann am Wolfsbrunnen, es lohnt sich.

Kathrin Rating

Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.
Der Verein mit dem besonderen Engagement

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Und weiter geht’s im Programm…

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Eine Sommerpause machen wir dieses Jahr nicht, sondern treffen uns gleich am 6. August zur nächsten JettaRunde, um weitere Vereinsaufgaben zu besprechen. Es gibt viel zu tun!

In unserem 2. Halbjahresprogramm 2015 (siehe Korb und Programm) stehen alle Termine und Veranstaltungen im Detail. Neben unseren monatlichen Besprechungen und Arbeitseinsätzen im Gelände finden auch die kulturellen WolfsbrunnenAbende mit interessanten Vorträgen und Aktionen statt. Im September nehmen wir wieder am Tag des offenen Denkmals teil, der dieses Jahr unter dem Motto „Handwerk, Technik und Industrie“ steht – Rundgänge und ein themenspezifisches Programm sind dafür geplant. In Kooperation mit dem Landschaftsamt Heidelberg führen wir im Oktober bereits die 18. WolfsbrunnenWerkstatt durch, unterstützt von den Jugendlichen des IHE. Mit einer Winterfeier bei der JettaRunde und dem Weihnachtsmarkt der Wolfsbrunnen gGmbH im Dezember klingt das ereignisreiche Jahr aus.

Wir hoffen, Ihnen gefällt unser Programm, und freuen uns auf Ihren Besuch!

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Sommer auf den schattenlosen Ausgleichsflächen der Bahnstadt - Exkursion bei 35°C

Bei einer von Dipl. Biol. Rüdiger Becker (Abteilungsleiter Natur- und Landschaftsschutz im Umweltamt) geleiteten Exkursion zu den Ausgleichsflächen des neuen Stadtteils „Bahnstadt“ konnten die Teilnehmer viel über das Prinzip „Eingriff + Ausgleich“ erfahren.

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Ausgleichsmaßnahmen sind gesetzlich gefordert, wenn Eingriffe in Natur und Landschaft erfolgen, die unvermeidbar sind (§ 14 Landesnaturschutzgesetz BaWü und § 15 Bundesnaturschutzgesetz). Jeder Verursacher eines Eingriffes in Natur und Landschaft ist jedoch verpflichtet, Eingriffe zu minimieren und unvermeidbare Eingriffe im gleichen Naturraum auszugleichen. Weiterhin sind Ausgleichsmaßnahmen notwendig, wenn besonders und/oder streng geschützte Arten von einem Vorhaben betroffen sind (§ 44 (5) Bundesnaturschutzgesetz). Die Entwicklung der Bahnstadt ist ein solches Vorhaben und daher wurden vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen in unmittelbarem Umfeld notwendig, um die ökologische Funktion der Lebensräume für die betroffenen Arten zu sichern.

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Die Fläche der Bahnstadt beträgt in der Summe 116 ha. Vor Beginn der Baumaßnahmen war dieses Gelände über Jahre hin aufgelassen, worüber sich Flora und Fauna freuten und sich ein artenreicher Lebensraum mit Ruderalvegetation entwickelte. Ein Großteil des Areals war durch die Nutzung als Bahn- und Güterumschlaggelände geprägt, durch verdichteten Oberboden, Schotterflächen, Steinhaufen, Holzablagerungen, wenige Großbäume mit entsprechend wenig Verschattung und trocken-warmen Verhältnissen. Ideal zum Beispiel für Eidechsen.

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Vor Baubeginn mussten Flora und Fauna kartiert und bewertet werden. Es wurden die unterschiedlichen Biotoptypen erfasst und das Vorkommen von Vögeln, Fledermäusen, Heuschrecken und Eidechsen erhoben. Auf der Basis der Ergebnisse wurden im Rahmen eines Gestaltungs- und Pflegekonzepts die vorgesehenen Ausgleichsflächen innerhalb der Bahnstadt sowie außerhalb auf ehemaligen, mittlerweile stillgelegten Bahntrassen geplant.

Vor der Umsetzung dieses Konzepts musste das Regierungspräsidium Karlsruhe das Vorhaben artenschutzrechtlich genehmigen. Die Voruntersuchungen dauerten ca. 2 Jahre.

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Erst dann konnte die praktische Arbeit beginnen. Für die Eidechsen hieß dies beispielsweise, dass ca. 3500 Exemplare eingefangen und umgesiedelt wurden – sie wurden trickreich mittels einer Schlinge „geangelt“. Leider konnten wir an diesem Tag keine einzige Eidechse entdecken – es war zu heiß, die Tiere hatten sich in ihre schattigen, kühlen Löcher der Steinhaufen verkrochen.

Die Speyerer Straße ist eine Barriere, die den Eidechsen-Rettern große Probleme bereitete, denn die alten Schienenanlagen werden durch die Straße getrennt und setzten sich auf der jeweils anderen Seite fort. Um die Durchgängigkeit und Vernetzung der Eidechsenlebensräume zu gewährleisten, wurde eine eigene „Eidechsen-Spur“ für diese Tiere neben der Fuß- und Radweg-Spur gebaut, mit dem Ergebnis, dass nun diese Brücke auch „Eidechsenbrücke“ genannt wird.

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Insgesamt sind 12ha Ausgleichsfläche geschaffen worden, die ihren ganz eigenen Charakter hat und sich lohnt, bestaunt zu werden. Machen Sie sich auf den Weg und grüßen Sie die Eidechsen vom Freundeskreis Wolfsbrunnen.

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Sommerlicher Bilderbogen

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Nach dem „Tag der offenen Tür“ am 1. Mai folgte jetzt ein Sommerfest zur Eröffnung des Wolfsbrunnens, d.h. des Restaurants und Biergartens. Im Sommer nächsten Jahres, wenn alle Räumlichkeiten bis ins Dachgeschoss fertiggestellt sind, wird der „neue Wolfsbrunnen“ mit einem offiziellen Festakt eröffnet werden.

Bei hochsommerlichen Temperaturen strömten die Gäste zum schattigen Wolfsbrunnen, genossen den Ort, die Stimmung und die Musik, die Gesellschaft und die kühlen Getränke in vollen Zügen…

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Es sangen die „smiley voices“ der Schlierbacher Grundschule sowie der „Schlierbacher Kammerchor“, es spielten das „Heidelberger Streichquartett“ und „Freddy Wonder and friends“ – ein perfektes Programm für gute Laune!

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Kathrin Rating übergab Andreas Hauschild als Gastgeschenk 4 Kopien der wasserspeienden Wolfsköpfe für den Brunnen vor dem Haus, eine Spende des Freundeskreis Wolfsbrunnen. Die brozenen Originale, von denen eines gestohlen wurde, sind an einem sicheren Ort verwahrt.

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Endlich ist die Gaststätte wieder eröffnet und der Ort mit Leben erfüllt! Bald werden auch Museumszimmer und Büroraum bezugsfertig sein. „Der Freundeskreis Wolfsbrunnen“, so Kathrin Rating bei ihrer Ansprache, „der vor 10 Jahren seine Arbeit hier begonnen hat und heute mehr denn je an eine hoffnungsvolle Zukunft dieses Ortes für Mensch und Natur glaubt…“, feierte voll Freude mit – diesmal als Gast. Das eigene traditionelle Sommerfest, der SOMMER-ABEND-TRAUM, wird später geträumt…

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Der Wolfsbrunnen, eine archäologische Fundgrube

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Folkwin Vogelsang mit einer Ofenkachel in der Hand
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Folkwin Vogelsang ist Archäologe aus Leidenschaft - und ganz besonders, wenn es um den Wolfsbrunnen geht. Dann geht es nämlich auch um seine Familiengeschichte!

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Geschirr aus dem Familienbesitz
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In seinen Vorträgen über den Wolfsbrunnen, die er in loser Folge hält, lässt er uns an seinen Recherchen teilhaben, erzählt von den neuesten Entdeckungen und präsentiert seine archäologischen Funde. Wir sind immer wieder fasziniert, wie viele Mosaiksteinchen auftauchen und sich - dank seiner Fachkenntnis - allmählich zu einem neuen Bild vom Wolfsbrunnen fügen. Die größte Überraschung war diesmal… aber der Reihe nach:

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Der Wolfsbrunnen 1580
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Zunächst ging es mit Folkwin Vogelsang im Zeitraffer durch die Geschichte des Ortes und des Hauses, um dann im 21. Jahrhundert anzukommen und bei der Umgestaltung zum „neuen Wolfsbrunnen“ zu verweilen.

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Grabung am Haus 2012
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Wir sind im Jahr 2012, als im Zuge der Bauarbeiten ein Teil einer Wasserrinne frei gelegt wurde. Mit archäologischem Instinkt folgte der Fachmann dieser Spur und entdeckte bei weiteren Grabungen im Umfeld nach und nach einen wahren Schatz. Dabei handelte es sich um Scherben aus Ton, zum Teil sogar bemalt, Keramik und Glas aus verschiedenen Zeiten. Eine wahre Fundgrube für den Archäologen! Der machte es sich zur Aufgabe, jedes noch so kleine Fundstück zu archivieren.

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Tonscherben aus dem 16. - 17. Jahrhundert

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Ofenkacheln u.a.
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Mit größter Sorgfalt wurden die Einzelteile nummeriert und ausgewertet, beschriftet, kommentiert und durch Zeichnungen ergänzt. Nach diesen Vorlagen gelang es Folkwin Vogelsang, viele Objekte zu rekonstruieren. Sein Meisterstück: ein historischer Kachelofen, der einmal in der Gaststätte zum Wolfsbrunnen stand. Jetzt steht das Prachtstück als Zeitzeuge im Kurpfälzischen Museum Heidelberg!

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Rekonstruierter Kachelofen
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