Archiv für Oktober 2015

Schlechter Auftakt – schöner Ausklang!

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Die 18. WolfsbrunnenWerkstatt am 10. Oktober fand unter schwierigen Bedingungen statt: das Landschaftsamt der Stadt Heidelberg erklärte sich außerstande, uns an diesem seit Anfang des Jahres fest vereinbarten Termin personell zu unterstützen. Das war schon „ein Schlag ins Kontor“, da mit Hilfe der Mitarbeiter des Landschaftsamtes an den beiden Werkstatt-Tagen, im Herbst und Ende des Winters, immer ganz wesentliche Pflegearbeiten erledigt werden, dazu gehören Maßnahmen gegen die Verwaldung der Hänge. Zum ersten Mal seit 9 Jahren eine Werkstatt des Bürgerprojektes Wolfsbrunnen ohne die Unterstützung der Stadt Heidelberg! Enttäuschend. Nun gut – das Landschaftsamt stellte zumindest Freischneider und Rasenmäher.

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Entmutigend war es auch zu sehen, dass die v… Wildschweine zum x-ten Mal die oberen Wiesen und alle Abhänge zum Teich umgepflügt hatten – ein Bild der Verwüstung, wo sich das Gelände seit dem Frühjahr doch so schön erholt hatte! Neben Knöterich und Brombeeren haben wir jetzt auch noch die Wildschweinplage…!

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Nichts desto trotz machten wir uns ans Werk und freuten uns, dass neben unserem treuen Helferteam auch die zuverlässigen Jungens aus dem Heilpädagogischen Institut, die „Grüne Brigade“, wieder an unserer Seite gegen Gestrüpp und anderes Ungemach kämpften. Auch Pfadfinder der Berggemeinde Schlierbach unterstützten unsere Arbeit.

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Die „Grüne Brigade“ war dann noch mit Rasenmäher und Freischneider im Quellengarten unterwegs – tolle Arbeit, so dass man zum Schluss daran gehen konnte, sich die Wolfsbrunnenquelle näher anzusehen.

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Der andere Schwerpunkt der Pflegearbeit: wir wollten die Strukturen von Fischtreppe und Brunnenstube am Übergang von oberer zu unterer Wiese wieder sichtbar machen, was viel Schneidarbeit bedeutete. Geplant war auch, auf dem Osthang den Brombeeren zu Leibe zu rücken und Waldgelände zurück zu gewinnen. Doch dazu fehlten die Mitarbeiter der Stadt – schade!

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Am Ende waren alle mit dem Ergebnis der Arbeit zufrieden – das Tal präsentierte sich mit seinen jetzt wieder gut erkennbaren Strukturen und kann so überwintern. Der Osthang wird dann Schwerpunkt der WolfsbrunnenWerkstatt im Februar 2016 werden, und wir haben ja noch die WolfsbrunnenTreffs im November und Dezember vor uns.

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Nach getaner Arbeit gab traf man sich an der lagen Tafel zur traditionellen Kürbissuppe, zum entspannten Plaudern und schönen Ausklang!

Nachwort in eigener Sache

Wir sehen viele, die sich am Wolfsbrunnen ertüchtigen – stretchen, joggen, biken und was man so alles machen kann, um Knochen, Muskel, Herz und Hirn in Gang zu halten. Wir möchten diskret darauf hinweisen, dass Pflegearbeiten am Wolfsbrunnen ähnliche Effekte haben: Knöterich-Ziehen stärkt die Rückenmuskulatur, hält die Hüft- und Kniegelenke beweglich; das Rechen von Schnittgut ist gut für die Kräftigung der Brustmuskulatur und ein Beitrag zum Busen-Shaping; Schnittgut mit der Schubkarre vom Quellengarten bis zum Zwischenlager im tiefsten Punkt der Wolfsbrunnenanlage am Forellenteich zu bringen, ist eine sanfte, aber höchst effektive und schweißtreibende Herzkreislaufbelastung. Absolvieren Sie doch Ihre nächste Trainingseinheit im Rahmen unserer regelmäßigen WolfsbrunnenTreffs; der nächste Termin ist am 5. November 215 um 9:30 Uhr. Wir stellen Geräte und Verpflegung, bieten Gespräche und Kontakte.

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Schlierbacher Wild in Ton & Topf

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23. Oktober 2015 um 18 Uhr
Restaurant Wolfsbrunnen
Wolfsbrunnensteige 15
Heidelberg-Schlierbach

SCHLIERBACHER WILD
IN TON & TOPF

mit

Forstliches Jagdhornbläser Korps Heidelberg
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„Der Schlierbacher Wald aus jagdlicher Sicht“
Vortrag von Jagdpächter Oliver Berbig
::
‚Wilde’ Köstlichkeiten nach Art des Hauses
::

Wir bitten um Anmeldung zum Essen bis zum 20. Oktober:
Restaurant Wolfsbrunnen, Telefon 06221-373792

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Unsere Natur im Wandel

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Der WolfsbrunnenAbend am 1. Oktober war ein ganz besonderer: zum ersten Mal fand er im „Museumszimmer“ des Restaurants Wolfsbrunnen statt – eine Premiere! In diesem neuen Rahmen präsentierte Hans-Martin Gäng seinen Vortrag über den Wandel unserer heimischen Natur.

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Ständig begegnen uns Tiere und Pflanzen, die es ursprünglich hier nicht gab. Dagegen sieht man manche nur noch selten oder gar nicht mehr. Wann haben Sie zum letzten Mal einen Auerhahn oder Hirschkäfer gesehen? Oder Walderdbeeren gegessen? Dafür sehen wir jetzt Gärten voller Exoten, falls uns ein Sichtschutz aus Bambusgeflecht oder Thuja-Hecken nicht daran hindert – ebenfalls zwei Exoten. Sie stammen aus Ostasien.

Die Natur wandelt sich. Das tat sie schon immer. Gründe dafür gibt es viele. Drastische Klimaveränderungen, wie die frühe Eiszeit oder die jetzige Erderwärmung, hatten und haben entscheidenden Einfluss auf die Evolution. Unter entsprechenden Wachstumsbedingungen können sich neue Arten von Pflanzen und Tieren (Neophyten und Neozoen) ausbreiten, vermehren und unsere heimischen verdrängen – man schätzt, dass 18% der europäischen Pflanzen Neophyten sind! Zu diesem Wandel der Natur trägt auch der Mensch entscheidend bei.

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Seefahrer, Forscher und andere Abenteurer bereisten die Welt in eigener oder fremder Mission und brachten neue Flora und Fauna nach Europa – zur großen Freude des Hochadels, der seine Schlösser und Gärten mit Exoten füllte. Für die klimatische Anpassung sorgten Gewächshäuser und Orangerien. Ein neuer Bautyp war kreiert. Ebenso feierten neue Motive ihren Einzug in die Welt von Kunst und Handwerk.

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Wenn es früher natürliche Hindernisse für eine weltweite Arten-Wanderung gab, wie Ozeane und Gebirge, so wurden diese im Laufe Zeit überwunden. Handel und Tourismus erobern inzwischen die letzten Winkel der Welt und begünstigen den Transfer exotischer Arten. Während Pomeranzen und Tulpen willkommene „Neubürger“ sind, entwickeln sich Knöterich, Wasserhyazinthe und Springkraut zur Plage. Auch auf Halsbandsittiche und Nilgänse könnte man gut verzichten, und erst recht auf amerikanische Grauhörnchen, die unsere Eichhörnchen vertreiben, so wie auf Tigermoskitos, die tödliche Krankheiten übertragen.

Doch sind die Europäer nicht nur Opfer, sondern auch Täter: als im 18. Jahrhundert die Engländer zu ihrem Jagdvergnügen Kaninchen nach Australien brachten, hatte dies ungeahnte Folgen und gipfelte im sogenannten „Kaninchenkrieg“.

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Täter sind wir auch im eigenen Land: Wirtschaftsinteressen, Monokulturen, Zerstückelung der Landschaft durch Verkehrsnetze und Bauvorhaben vertreiben viele Tiere oder rotten sie aus. Als die SAP-Arena geplant wurde, hat man ein Umsiedlungsprojekt für den Feldhamster gestartet. Auch er ist vom Aussterben bedroht.

Anhand zahlreicher Beispiele schilderte Hans-Martin Gäng das Kommen und Gehen von Pflanzen und Tieren und verwies auch auf solche, die in unsere Heimat zurückgekehrt sind: Wisent und Biber, Luchs und Wolf – und zu guter Letzt: der Wanderfalke, ein Verdienst von Hans-Martin Gäng.

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