Archiv für Dezember 2015

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Der Wolfsbrunnen wurde zum Wallfahrtsort!

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Jürgen Tröger im vollbesetzten Saal
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In seinem Vortrag über die Romantik spannte Jürgen Tröger den Bogen von ihren Anfängen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis weit hinein ins 19. Jahrhundert. Und nicht nur das: er schilderte auch die Voraussetzungen, die zu diesem neuen Denken und Erleben führten.

Etymologisch kommt der Begriff von „lingua romana“, die im Gegensatz zur „lingua latina“ volkssprachliche Schriften bezeichnete. Daraus entwickelte sich das französische Wort „roman“. „Romantisch“ bedeutete zunächst „romanhaft“. Erst viel später wurde der Begriff „Romantik“ geprägt.

Die Romantik wendete sich von den klassischen Vorbildern der Antike ab und hin zur eigenen Sagen- und Mythenwelt, besonders der des Mittelalters. Dabei spielte auch die englische Literatur, z.B. von Joseph Addison, eine wichtige Rolle. Landschaften und Gärten, Schlösser und Klöster beflügelten die Fantasie. Gothic Revival und Schauerromane erfreuten sich größter Beliebtheit.

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Carl Rottmann, Burg Eltz. Rechts der Wolfsbrunnen!
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In Deutschland war es die literarische Bewegung des „Sturm und Drang“ Ende des 18. Jahrhunderts, die zur Romantik führte. Dafür steht zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“. Seele und Empfindsamkeit, Gefühl und Leidenschaft gehören zu den Grundthemen der Romantiker, ebenso die Sehnsucht nach dem Erhabenen, Geheimnisvollen, Unendlichen…

In diesem geistigen Klima entstand 1795 August Lafontaines Roman „Clara du Plessis und Clairant“. Eine Schlüsselszene spielt am Wolfsbrunnen. Die Anlage in ihrem damaligen Zustand entsprach so sehr den „romantischen“ Vorstellungen, dass sie zum Wallfahrtsort junger Verliebter wurde!

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Illustration „Clara du Plessis und Clairant“
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