Archiv für November 2016

Klavierkonzert am Wolfsbrunnen

mit Ludwig Balser

am Montag, dem 28.11.2016

Beethoven op. 106, die Hammerklaviersonate, sowie Werke von Münch und Satie
Veranstalter: Neckar Musik Festival

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Gerade mal 17 Jahre ist Ludwig Balser und schon ein Großer unter den Pianisten. Am Montag dem 28.11.2016 konnte man den jungen Pianisten am Wolfsbrunnen erleben. Über zwei Stunden spielte er Stücke von Münch und Satie und nach einer kurzen Pause das Werk von Beethoven op. 106, die Hammerklaviersonate.

Seit  seinem fünften Lebensjahr spielt Ludwig Balser Klavier und Geige. Mit beiden Instrumente konnte er mehrfach Preise erzielen, zuletzt beim Bundeswettbewerb in Hamburg.

Was sehr schön gelungen war an diesem Abend, war das Spannungsfeld zwischen den zeitgenössischen Werken und der Auseinandersetzung mit Beethoven. Die Werke von Münch (geboren 1961) waren geprägt von Vielfältigkeit und Leichtigkeit, gelegentlich auch  verspielt (romantisch). Dagegen stand jedoch das Werk Gymnopédie Nr. 1 von Satie (1866-1925). Seine Musik, bekannt für die Auseinandersetzung mit Traurigkeit, Tragik bis hin zum Tod. Satie schuf auch die „musique d´ameublement / furniture music” Anfang  1900. Die Entstehung der Minimal Musik, heute bekannt als Hintergrundmusik, jedoch live gespielt.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass beide - Beethoven und Balser - den gleichen Vornamen tragen. Seit seiner frühen Kindheit steht Ludwig Balsers Arbeit im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung mit Beethoven - und dies mit dem Klavier und mit der Geige.  Die Sonate 29 B-Dur op 106 hat Beethoven dem Erzherzog Rudolph von Österreich gewidmet. Sie entstand im Frühjahr 1818/1819, in dieser Zeit war Beethoven weitgehend ertaubt und hatte finanzielle Probleme.  Verzweiflung, Fluchtpläne, Todesängste, aber auch ein klares Bewusstsein der eigenen Meisterschaft, künstlerische Selbstsicherheit und ein grandioser Selbstbehauptungswille gingen in diese Sonate ein. Sie gilt als eines der schwierigsten Stücke von Beethoven.

Ein toller und gelungener Abend mit interessanten Komponisten und einem jungen und begabten Pianisten.

Die Jetta-Sage (in Liedern, Gedichten und Texten)

Veranstaltung am 15.11.2016 in der Alten Gaststube
Vortrag von Andreas Hauschild

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In der Atmosphäre der Alten Gaststube begab man sich auf einen Ausflug in die Epochen des Barock, der Romantik und des Realismus, die Zeiten, in denen die Jetta-Sage wohl Ihren Ursprung hatte.

Mit Silke Schwarz, einer ausgebildeten Opernsängerin konnten wir für den Abend jemand ganz Besonderes gewinnen. Sie konnte die Gedichte von Opitz, die Texte und Gedichte von Amalie von Helvig und das Gedicht  von Heribert Rau entsprechend ihrer Zeit hervorragend zum Ausdruck bringen. Die Vermutung, ob Jetta „Belleda, die Priesterin der Brukterer“ war, konnte auch an diesem Abend nicht abschließend geklärt werden.  Hier handelt es sich ja auch um eine Sage, deren Wahrheitsgehalt nie bewiesen wurde.

Man konnte jedoch feststellen, dass Jetta in den verschiedenen Epochen einmal als Seherin, Zauberin oder Jungfrau unterwegs war. Das lag aber auch oft an der literarischen und lyrischen Sichtweise der jeweiligen Epoche. Ob es ein Jüngling, der Förster Ferrand oder ein Offizier war, obliegt der freien Dichtkunst. Der Abend zeigte einen Auszug aus drei Epochen, die Geschichte um Jetta hat jedoch in noch vielen anderen Epochen ihre Spur hinterlassen.

Bei der Recherche zu dieser Sage war ich beeindruckt, wie vielfältig sich diese Sage über die Jahrhunderte entwickelt hat, bei allen Versionen war jedoch festzustellen, dass der Name Wolfsbrunnen auf dieses Ereignis zurückgeführt wird. Um 1800 wurde die Sage auch von Jakob und Wilhelm Grimm in das Buch “Deutsche Sagen der Gebrüder Grimm“ aufgenommen.
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Der Vortrag kann aus unserem “Korb” heruntergeladen werden.

Termine im Dezember 2016

Donnerstag 01.12.2016 um 19 Uhr: Wolfsbrunnenstammtisch
:                   Thema „Menschen in Schlierbach“ (Gaststube)

Dienstag      06.12.2016 um 19 Uhr: Vortrag
:                   Thema: Politische Geographie der Gewürze
:                   mit Dr. Heidrun Schweinfurth-Marby (Alte Gaststube)

Sonntag       11.12.2016 um 13 Uhr: Weihnachtsmarkt am Wolfsbrunnen
:                    mit kleinem Kunstmarkt, Rahmenprogramm
:                    und “Jetta und der Wolf”

Mittwoch      18.01.2016 um 19 Uhr:
:                   Neujahrsempfang Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V. (Neubau)
:                   mit einem Vortrag in Versform und Bildern
:                  „Schöpfung und/oder Urknall“ mit Dr. Heidrun Schweinfurth-Marby

Vernissage am 5.11.2016 “Lost Places” mit Maja Zenz

Für eine Ausstellung mit dem Titel „Lost Places“ war der Wolfsbrunnen aufgrund seiner Geschichte der ideale Ort. Auch er ging in den letzten 500 Jahren mehrmals verloren und wurde jedoch immer wieder neu entdeckt.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit zwei Themen: Im großen Raum findet man Fotografien, die sich mit überwiegend urbanen und industriellen Motiven beschäftigen. Hier geht es um Leerstand, den Zerfall der Gebäude, insbesondere um die Beelitz-Heilstätten (die Beelitz-Heilstätten waren Arbeiter-Lungenheilstätten, später ein Lazarett und dann ein Sanatorium in der Nähe von Berlin). Das Besondere an den Arbeiten ist, wie die Schönheit des Zerfalls durch Anwendung verschiedener Farben und Maltechniken herausgearbeitet wurde. Fast zweifelt man, ob es sich tatsächlich um eine Fotografie handelt.

Im zweiten Raum beschäftigt sich die Künstlerin mit Motiven der Street Art. Es hat den Anschein, dass die Wandbilder mit ihren bunten und kräfigen Farben lebendig werden.

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Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, den 13.11.2016 geöffnet. Das Restaurant und die Ausstellung haben die gleichen Öffnungszeiten. Sie können den Besuch im Restaurant mit der Ausstellung verbinden:

Mittwoch – Samstag  18.00 – 22.00 Uhr
Sonntag                    11.30 – 14.30 Uhr

Eine zweite Ausstellung mit weiteren Werken von Maja Zenz findet zeitgleich in der Galerie p13, Pfaffengasse 13 in Heidelberg statt.

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Termine im November 2016

12. - 09.30 Uhr  WolfsbrunnenWerkstatt
15. - 19.00 Uhr  Jetta Sage - Lesung und Rückblick
::                        in die Zeit der Entstehung
22. - 20.00 Uhr  Vorstands-Workshop
28. - 20.00 Uhr  Klavierkonzert “Beethoven op. 106″