Archiv für Februar 2017

Tiere, die es nicht gibt: Basilisken, Drachen, Einhörner und andere Fabeltiere

Vortrag von Hans-Martin Gäng am 21.2.2017

Fabelwesen begleiten die Menschen seit Jahrtausenden in allen Kulturen, sei es als zusammengesetzte Formen aus verschiedenen Tieren, z.B. als Greif (Adler und Löwe) oder Sirene/Nixe (Mädchen und Fisch). In einem reich bebilderten Vortrag wurden Drachen, das Einhorn, Sirenen und Basilisken als Beispiele ausführlich gezeigt und erklärt. Auch eher unbekannte Mischwesen wie der Mandikor, die Medusa, oder die Chimäre wurden von Hans-Martin Gäng vorgestellt.

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Wie kommt der Mensch dazu, an Nie-Gesehenes zu glauben? Funde von riesigen Knochen, z.B. von Saurier oder Mammut führten zu Vorstellungen von Drachen, ein Elefantenschädel lässt an einen Zyklopen denken, der Stoßzahn des Narwals führte, weit entfernt von arktischem Meer, zur Vorstellung des Einhorns. Dass einer der ältesten Menschendarstellungen, der „Löwenmensch“, eine ca. 40 000 Jahre alte Statue aus Mammutelfenbein der Schwäbischen Alb bereits ein Fabelwesen darstellt, macht nachdenklich. Zahlreiche mythische Wesen, vor allem aus der griechisch-römischen
Kultur, standen im Vortrag von Hans-Martin Gäng im Zentrum. Viele der Fabelwesen, wie z.B. das Einhorn, überlebten auch in der Literatur und in modernen Filmen (Harry Potter).
Dass Fabeltiere im Totemismus und im Animismus der Naturvölker eine große Bedeutung haben, spiegelt sich heute in „cat-woman“ oder „spider-man“. Adler, Löwen, Eisbären werden auch in modernen Sportvereinen als „magisches“ Symbol der Stärke in Vereinszeichen genutzt. Dass wir mit unseren Haustieren - Hund und Katze - wie mit Familienmitgliedern sprechen, ist ein weiterer Beleg für die enge, geradezu magische
Beziehung zwischen Mensch und Tier. In unseren Fastnachtsmasken zeigt sich oft unser ganz privates „magisches Tier“ oder Fabelwesen. Dass Fabelwesen aus Sensationslust erfunden, geträumt, phantasiert und zurecht gebastelt wurden, liegt in unserer Zeit der „fake-news“ und „alternative facts“ auf der Hand, betonte Hans-Martin Gäng.

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Eine lebhafte Diskussion beschloss den Abend.

Stammtisch am 16.2.2017

Am Mittwoch, dem 16.2.2017, fand wieder ein Stammtisch des Freundeskreises statt. Wie das letzte Mal verabredet, begann der Abend mit einer kurzen Einführung zu den in Kerala, Südindien, seit 2000 Jahren lebenden Thomaschristen, zu ihrer Bedeutung im indischen Zusammenhang und darüber, was sie mit Heidelberg und speziell mit Schlierbach zu tun haben. Jeder in der Runde am langen Tisch hinter der Theke hatte etwas aus eigener Erfahrung beizutragen.

Reliquiar St. Thomas, Ortona

Man beschloss, das nächste Mal, am 15. März, “die guten Leut” in Heidelberg und Schlierbach in den Mittelpunkt zu stellen.
Gäste sind, wie immer, eingeladen und willkommen.