Archiv für Mai 2019

Bericht vom Mai-Stammtisch

Der Mai-Stammtisch fand wieder am gut besetzten langen Tisch hinter der Theke im Wolfsbrunnenrestaurant statt. Das Interesse war groß, denn Herr F. Vogelsang berichtete über, wie er es nannte, “Kleindenkmäler im Wolfsbrunnengelände”. Ausführlich beschrieb und dokumentierte er aus seinen Zusammenfassungen z.B. die alte Brunnenkammer unterhalb des Teichs, das Stadtwappen am Wasserbehälter, den Brunnen mit den vier Wolfsköpfen vor dem Restaurant mit seiner langen Geschichte der Veränderungen; auch den Wolf im Teich: wie er dorthin kam und in welchem Zustand er bei genauerem Hinsehen jetzt ist. Herr Vogelsang berichtete aus eigener Anschauung, hatte aber auch Skizzen und Vermessungen der Objekte bereit. Die sogenannte “Kaiserkrone”, eher wohl ein Kurfürstenhut, kam auch zur Sprache und natürlich der Nepomuk. Auch seine Geschichte seit etwa 500 Jahren hat Herr Vogelsang genau dokumentiert, einschließlich der zeitweisen “Abwesenheit”, seines Wiederfindens und der Schäden, die deutlich sichtbar werden, wenn man die gesicherte Skulptur im Eingangsbereich genau betrachtet. Der schöne runde Tisch mit dem zentralen Sandsteinfuss existiert leider nur noch in den Aufzeichnungen von Herrn Vogelsang. Er wurde etwa 2011 gestohlen.
Es wurden auch Bilder der beiden bunten Glasfenster des früheren Anbaus, gestaltet von Piet Sohl, herumgereicht. Herr Gurlitt will sich auf die Suche nach ihnen machen und beim Juli-Stammtisch darüber berichten, ob und wie er sie gefunden hat.
Der Juni Stammtisch am 6.6.2019 wird wieder von Herrn Vogelsang gestaltet werden. Es wird ein wohl sehr persönlicher Bericht über das Involvment seiner Familie im Wolfsbrunnen. Wobei es sich wesentlich um die Geschichte der Familie Leitz im Wolfsbrunnen handeln wird, der seine Mutter entstammt. Sein Vater, der das Bändchen über den Wolfsbrunnen veröffentlicht hat, hat in diese Familie eingeheiratet. Dieser Band soll mit in die Diskussion einbezogen werden. Wer ihn hat, soll ihn am 6.6. ruhig mitbringen.
Auch beim Juni-Stammtisch sind Gäste herzlich willkommen.

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Termine im Mai 2019

Liebe Mitglieder und Freunde des Wolfsbrunnens,
hier zur Erinnerung die Termine, die im Mai anstehen:

04.05. - 09.30 Uhr  Wolfsbrunnen-Treff
.                             Arbeiten im Gelände

08.05. - 20.00 Uhr  Neckar-Musikfestival: Zsuzsa Kollár (Budapest), Klavier,
.                             spielt Händel, Brahms und Münch

09.05. - 19.30 Uhr  Mitgliederversammlung Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V.

16.05. - 19.00 Uhr  Wolfsbrunnen-Stammtisch: Folkwin Vogelsang spricht
.                             über die Kleindenkmäler am Wolfsbrunnen

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Bericht vom April-Stammtisch

Beim Wolfsbrunnen-Stammtisch am 25. April 2019 erzählte Herr Tröger vom ehemaligen Herrengarten. Dieser erstreckte sich von der heutigen Märzgasse bis zur Theaterstraße und von der Hauptstraße bis zur Plöck. Er war ummauert und gegen die Plöck hin durch die Arkaden des Turnier- und Schießhauses abgegrenzt, diente gleichermaßen der  Nutzung, der Belehrung und der Lust, war kunstvoll angelegt mit Arznei-, Nutz- und exotischen Pflanzen, Gewächshäusern und Pavillons.

Von der Pracht ist nichts geblieben, nur der kleine Garten hinter der Providenzkirche.

Der Herrengarten war ein Werk des Pfalzgrafen und späteren Kurfürsten Ottheinrich. Ottheinrich war der Enkel Georgs des Reichen von Bayern- Landshut. Nach dem bairisch-pfälzischen Erbfolgekrieg und dem Tod der Eltern fiel das Herzogtum Bayern-Landshut an Bayern-München. Für die beiden unmündigen Kinder Ottheinrich und Philipp wurde das Fürstentum Pfalz-Neuburg an der Donau geschaffen, die sogenannte Junge Pfalz. Ottheinrich sollte sich später als schlechter Haushalter erweisen, die Ausgaben überstiegen bald die  Einnahmen, besonders durch die Sammel- und Bauwut Ottheinrichs . 1544 kam es zum finanziellen Zusammenbruch. Die Landstände, die Vertreter des Adels, der Geistlichkeit und der Städte, lösten den Landesherren  aus und übernahmen die Schulden. Ottheinrich wurde für drei Jahre der Regierungsgsgeschäfte enthoben und mit einer kleinen Rente nach Heidelberg geschickt, wo sein Onkel und früherer Vormund Friedrich II. Kurfürst war.

Ottheinrich bezog ein bescheidenes Doppelhaus am Kornmarkt und ging sogleich daran, einen alten Garten in der Vorstadt zum vielgerühmten Herrengarten umzugestalten. Als er 1556 nach dem Tod des Onkels Kurfürst wurde, hat er dieses Werk mit Fleiß und Kunst fortgesetzt.

Im 17. und 18. Jahrhundert verlor man das Interesse an einem Garten in der Stadt . Er wurde beschnitten, anderweitig genutzt und überbaut.

An die kurze geschichtliche Erzählung von Herrn Tröger schloss sich wie immer eine lebhafte Diskussion an, diesmal auch im Blick auf Gegenwart und Zukunft des Providenzgartens.

Den nächsten Stammtisch am 16. Mai will Herr Vogelsang den Kleindenkmälern im Wolfsbrunnen widmen.

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