Nach-Gedanken…

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Schloss Favorite Rastatt mit Erster + Zweiter Orangerie (links + rechts der Allee)
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Nach-Gedanken zur
Führung durch den Garten Schloss Favorite
mit Dr. Hartmut Troll / Staatliche Schlösser + Gärten

Mit Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden, Bauherrin von Schloss + Garten Favorite hätte man sich zusammen tun sollen – sie war für ihre Zeit, nein sie wäre auch für unsere Zeit eine bemerkenswerte, tatkräftige und kunstsinnige Persönlichkeit:

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3x Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden
Regentin, Bauherrin, Kunstsammlerin

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  • Mit 16 Jahren heiratete sie den Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, offensichtlich aus Liebe, wie der Notiz an ihren Großvater zu entnehmen ist: “Gestehe es aber Euer Gnaden, das ich ein solche lib vor Ihm (d.i. Ludwig Wilhelm) hab, die gewiss nicht grösser seyn khan und khan Euer Gnaden nicht genug underdehnigen Dank sagen, das Sie haben gnädigst erlauben wollen, das wir Einander haben, denn wenn ich nur bey Ihm wehre, wehre ich das glücksehligste Mensch auf der gantzen weld.” (26.6.1691).
  • Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie mit 32 Jahren, stellvertretend für den noch minderjährigen Erbprinzen die Regierungsgeschäfte, die sie 20 Jahre mit hoher Diplomatie und Erfolg leitete.
  • 1710, also 3 Jahre nach dem Tod des Markgrafen, begann sie mit der Planung und dem Bau von Schloß und Garten Favorite. Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in Schlackenwerth/Böhmen mit einer prächtigen Gartenanlage dürften Vorbild für die Planung gewesen sein.

Dieser Frau verdanken wir diesen Ort, dessen Geschichte 1710 gegann und dessen Veränderungen und Umplanungen uns heute erleb- und sichtbare Zeichen seiner Entwicklung der letzten 300 Jahre vermitteln.

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Freundschaftstreffen im Schlossgarten - Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V. und Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) e.V.

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:: Bild groß ::
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Grundlage war das Konzept einer barocken Gartenanlage – man vergleiche Versailles und andere französische Gärten des 17. Jahrhunderts. Es bildet heute noch die prägende Gestaltgebung des südlichen Bereiches einschließlich der Orangeriebauten und der Eremitage.

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Erste Orangerie - offene Architektur

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Dr. Hartmut Troll / Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, verantwortlich für den Bereich Objektmanagement und historische Gärten

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Schloss Favorite – Eingangsbereich

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Schlossfassade mit Kieselsteinverputz – Grottenarchitektur als Vorbild
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Mit dem Ende der Regentschaft der Markgräfin verlor Schloß und Garten eine wichtige Fürsorgerin. Es wir berichtet, daß der Garten verwilderte und brachlag.

1788 findet eine Renaissance des Gartens statt: Markgraf Karl Friedrich beauftragt Johann Michael Schweyckert mit der Gestaltung im englischen Stil – ausschließlich den nördlichen Teil der Anlage.

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Gartenseite mit Freitreppe

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Dr. H. Troll - Hinweis auf dendrologischen Rundgang

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Nach alten Vorbildern informieren botanische Schilder aus Email über Namen und Herkunft der Bäume
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Auf dieser Grundlage von 1788 und den Folgejahren stellt sich der Garten heute dar und macht seinen Wert aus. Es ist das Zusammenwirken von zwei Stilen, dem barocken und dem englischen Gartenstil, wie wir ihn von Schwetzingen kennen. In Favorite kann man dieses Nebeneinander aufgrund der Größe mit einem Blick erfassen, ähnlich dem Blättern in einem Lehrbuch über die Geschichte der Gartenkunst.

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Der Wasserfall – unverzichtbares Gartenelement

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Das profunde Wissen von Dr. Hartmut Troll, seine lebendige Wissensvermittlung, hat diesen Rundgang zu einem ganz besonders reichen Erlebnis gemacht, wofür wir uns auf diesem Wege nochmals bedanken.

Es sind die Verweise über die Herkunft der Bodenmodellierung, auf die Technik der Wasserwirtschaft, es ist das Aufzeigen von Blickachsen oder der Hinweis zur Pflege der Anlage, die die Kostbarkeit dieses Kulturgutes resp. Gartendenkmals deutlich machen.

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Ensemble - Schloss und Weiher
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Zum Abschluß dieser Nach-Gedanken soll der Ort erwähnt werden, der auch Abschluß der Führung war - es ist die Eremitage. Im Fall von Favorite handelt es sich um eine christlich-religiöse Zielsetzung und nicht, wie in anderen Parkanlagen, um eine mehr skurrile, irritierende – man denke an den Schmuckeremiten. Und an dieser Stelle wandern dann die Nach-Gedanken auch bis zum Wolfsbrunnen und an seine noch verborgenen Geschichten.

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Einkehr in der Eremitage
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