Grüne Gaumenfreude am Wolfsbrunnen

dsc_0128-495.jpg

Ein Kälteeinbruch nach warmen Frühlingstagen konnte ein Dutzend Besucher nicht davon abhalten, sich gemeinsam mit dem Diplom-Biologen Rüdiger Becker auf die traditionelle Kräuterwanderung rund um den Wolfsbrunnen zu begeben.

dsc_0129-495.jpg

dsc_0132-495.jpg

dsc_0130-495.jpg

Mit Kennerblick entdeckte unser “Kräuterhexer” die verborgendsten Fundorte grüner Gaumenfreude… am Hang, auf der Wiese, am Bach…

dsc_0141-495.jpg

2-x-brunnenkressetext-495.jpg

Der Chronist gesteht, dass er nur wenige Kräuter wieder erkannte, obwohl er nun schon zum vierten mal teilnahm. Seine Aufmerksamkeit erwachte erst gegen Ende des einstündigen Rundganges, als nämlich die gesammelten Kräuter geprüft, gewaschen, gehackt und mit hart gekochten Eiern und Yoghurt vermischt wurden. Aus der nahen Küche der Familie Vogelsang wurden heiße Pellkartoffeln geliefert und dann folgte der erhoffte kulinarische Genuss!

krauterkuche-495.jpg

Nahe der hessischen Grenze kennen wir alle die „Grüne Sauce“, die schon Johann Wolfgang Goethe als Frankfurter Leibgericht schätzte. Jedoch die Wolfsbrunnen-Kräutersauce ist von einer so außergewöhnlichen Qualität, die die sieben Kräuter vom Marktstand nicht liefern können!

Voraussetzung für diesen feinen Geschmack ist die genaue Kenntnis der Kräuter und die Auswahl von jungen Blättern und Trieben. So lernt man nebenbei, dass der Name des Krautes „Mädesüß“ (Filipendula ulmaria) – schon der Name verrät, dass so etwas fein schmecken muss! – sich vielleicht von seinem Gebrauch als Würzmittel für den mittelalterlichen Honigwein Met ableitet, vielleicht aber auch von seinem Duft während der Heumahd.

4-x-zubereitung-495.jpg

Was fanden, rochen, schmeckten und verzehrten wir in diesem Frühjahr?
Löwenzahn, Giersch, Brennnessel, Knoblauchrauke, Bärlauch, Wiesenlabkraut, Bärenklau, Mädesüß, Brunnenkresse, Scharbockkraut, Sauerklee, Gundermann…

Ein „Amuse gueule“ der besonderen Art war die Präsentation einiger Kleinfunde von der Baustelle des Gasthauses. Folkwin Vogelsang hatte als ehemaliger Mitarbeiter des Kurpfälzischen Museums die Augen offen bei den Baggerarbeiten und konnte einige Keramikscherben und Glasreste aus dem späten 16. und frühen 17. Jahrhundert aus dem Abraum bergen (wir berichteten bei der WolfsbrunnenWerkstatt Nr. 12 darüber).

Ein herzliches Dankeschön an Rüdiger Becker, an Familie Vogelsang und die Helferinnen beim Frühlingsmahl!

dsc_0140-123.jpg
………………………….