Auf den Spuren der Wölfe

Beim heutigen WolfsbrunnenAbend im Museum am Ginkgo sprach Hans-Martin Gäng über „Wölfe: verrufen, verfolgt, verklärt“.

Sie kommen wieder! In der Schweiz, in Italien, Spanien, Sachsen und sogar in Hessen, im Reinhardswald: ein Wolf, oder auch mehrere. Sie waren freilich schon lange da - seit 15 Millionen Jahren. Auch in der Literatur waren sie immer Thema (wer hat nicht Hermann Hesses Steppenwolfs gelesen oder Kiplings Dschungelbuch?). Ihre Tatzen finden sich in Wäldern, auf Rucksäcken und in Outdoor-Läden.

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Dennoch: die Wölfe stehen unter striktem Schutz, denn sie sind höchst gefährdet, nicht zuletzt wegen ihrer hohen Sterblichkeit besonders in jungen Jahren. Schutzgemeinschaften nehmen sich des Canis lupus an. Verrufen und verfolgt: wird er doch bis zu 96kg schwer und vom Schwanz zur Schnauze (oder umgekehrt) bis zu 2,13m lang. Das kann er nur als erfolgreicher, laufstarker, muskelstarker, ausdauernder, mit sehr gutem Geruchssinn, Gesichtsinn und Gehörsinn begabter Beutegreifer, der bis zu 40km in der Nacht zurücklegt. Er geht der Beute, gern Schafen, an die Halsschlagader, schüttelt Lämmer tot und mäuselt die Mäuse, wenn es denn sein muss (und wenn der Schäfer, wie viele in der Schweiz sich nicht Schutzhunde für seine Herden zieht). Gefürchtet wird er als Einzelgänger, aber auch im Rudel, bestehend aus Wolf, Fähe, Jungen und Jährlingen.

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Verrufen und verklärt wird der Wolf auch in Sage und Legende - in westlichen Ländern mehr im Stil von „Rotkäppchen und der Wolf“ oder „Der Wolf und die sieben Geislein“; in Russland hingegen reitet der Zar schon mal mit seiner Schönen auf dem Wolf davon.

Und die Jetta und die Wölfe im Wolfsbrunnen? Das große Geheimnis um sie bleibt auch nach diesem informativen Abend ungelöst. Die anschließende Diskussion schwankte denn auch zwischen den Zuhörern, die im Wolf den Gegner der Jäger und das auch für den Menschen gefährliche wilde Tier sahen und denen, die meinten: good news für Rotkäppchen, d.h. wer dem Wolf von gleich zu gleich begegnet, hat von ihm nichts zu fürchten.

Alle waren sich für die Zukunft des Wolfsbrunnens einig, dass - nomen est omen? - der neue Wirt des Restaurants bald Wolf S. heißen möge und dort wieder neues Leben und gastronomisches Wirken einzieht.

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Die Gastfreundschaft im Museum am Ginkgo wurde ein zweites Mal dankbar vom Vortragenden und dem Freundeskreis angenommen. Der großzügige Vortragsraum des neuen Hauses bietet für Veranstaltungen dieser Art einen schönen Rahmen. Man hofft auf weitere fruchtbare Zusammenarbeit auf der Linie Wolfsbrunnen - Schlosswolfsbrunnenweg.