Ein Werkstattgespräch mit Kathrin Rating

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Ortstermin: 22. Februar, 9 Uhr, Wolfsbrunnen
Freundeskreismitglied im Gespräch mit Kathrin Rating
bei einem Rundgang im Gelände

F: Heute findet zum 15. Mal die Wolfsbrunnenwerkstatt – und wie üblich – in Kooperation mit dem Landschaftsamt der Stadt Heidelberg statt. Die notwendigen Pflegearbeiten im Gelände wurden schon vor Wochen mit allen Beteiligten besprochen und vorbereitet. Was steht denn heute auf Ihrer to-do-Liste, Frau Rating?

KR: An erster Stelle steht natürlich ein Moment des Innehaltens, um den Ort mit allen Sinnen nach einer langen Pause wieder wahrzunehmen… Dann wird es heute ein highlight geben: der Quellengarten, davon später mehr. Der nord-östliche Teil des Tales muß noch von Brombeeren freigemäht und einzelne Gehölze müssen entnommen werden, um Einzelbäume freizustellen.

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F: Der Quellengarten im oberen Bereich des Wolfsbrunnens war seit 2009 nicht mehr zugänglich. Mangelnde Sicherheit wurde seitens der Stadt als Grund genannt. Das rief den Freundeskreis auf den Plan: man wollte es genau wissen, fragte nach, blieb hartnäckig, diskutierte mit Experten und den Verantwortlichen. Heute soll im Quellengarten wieder gearbeitet werden – wie haben Sie das erreicht?

KR: Ja, es war ein schwieriger Weg, der beharrliches Vorgehen und kein Nachlassen erforderte.

Es begann mit dem Wechsel der Zuständigkeit von den Stadtwerken zur Stadt, hier dem Landschaftsamt. Das Gelände wurde im nicht „renovierten“ Zustand übergeben, womit die Frage der Verkehrssicherheit bis zum heutigen Tag auf dem Tisch lag. Fragen waren: sind die Bäume standsicher und vital, sind die unteririschen Gänge und die Brunnenstuben standsicher. Für die Antwort fühlte sich niemand so recht zuständig. Auch ein Krisen-Ecktisch im August 2011 mit allen beteiligten Ämtern, Zweckverbänden und vielen mehr brachte keine Klärung. Zum Schluß scheiterte es an den Finanzen, kein Geld für ein statisches Gutachten. Und hier ist der Freundeskreis in die Vorlage gegangen und hat ein Gutachten in Auftrag gegeben.

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Das Gutachten, ohne jetzt zu ausführlich zu werden, trifft die Aussage, dass nicht die Gänge (ausgenommen die vordere Brunnenstube) einen Gefahrenpunkt darstellen, sondern Teile der Stützmauer. Es wird eine Ausgrenzung vorgeschlagen. Heute aber gilt es, durch Mäh- und Schnittarbeiten, die alten Strukturen wieder sichtbar zu machen. Und es gilt, am Gestaltungskonzept auf der Grundlage gartendenkmalpflegerischer Erkenntnisse weiter zu arbeiten

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F: Der Anfang ist also gemacht… bravo! Auch an den Laichbiotopen müssen wichtige Arbeiten vorgenommen werden. Was ist geplant?

KR: Tja, die Natur hat uns einen Strich durch unsere Agenda gemacht: die Temperaturen haben die Amphibien jetzt schon aus ihren Winterquartieren gelockt, die Wanderung zu den Laichbiotopen hat schon begonnen.

F: Das überrascht nicht - der Winter, der keiner war, hat die Natur ziemlich durcheinandergebracht! Dann steht noch die Verlegung einer Wasserrinne auf dem Programm. Woher kommt das Wasser, das sie transportiert?

KR: Ja, auch die Wasserrinne, genauer die Wegeentwässerung musste vertagt werden, weil aufgrund der zurückgestellten Arbeiten an den Laichbiotopen kein Kleinbagger zur Verfügung stand. Nun müssen die Spaziergänger weiterhin einen großen Schritt über das kleine freche Bächlein machen, das seinen Weg hangabwärts zum Schlierbach hin suchte und offensichtlich auch gefunden hat.

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F: Auch wenn die eine und andere Arbeit vertagt werden muss, zu tun gibt es mehr als genug! Aber es gibt nicht nur Arbeit, es gibt auch Tafelfreuden, die traditionelle Wolfsbrunnensuppe und genügend Kaffee & Kuchen Pausen.

KR: Oh, ja! Tische und Bänke müssen bald nach Beginn der Arbeiten im Gelände aufgestellt werden, denn kleine Pausen müssen immer gemacht werden. Dazu müssen die Kaffe- und Teekannen gefüllt sein, genügend Wasser und Schorle Flaschen parat stehen und das eine und andere süße Teilchen, um den Blutzuckerspiegel aufzufrischen.

Die traditionelle Wolfsbrunnensuppe à la Fee Jetta mit Brot, Wurst und Kräuterbutter wird um die Mittagszeit freudig erwartet. Die große Tafelrunde wird etwas erschöpft, aber munter plappernd die Auszeit genießen, bzw. das Ende der Arbeit begrüßen. Man wird zufrieden von dannen ziehen und alle Zweifel ob der Sinnhaftigkeit unseres Tuns mit Schwung und Elan zur Seite schieben.

Dank an dieser Stelle für alle Helfer von nah und fern, alt und jung.
Einen Dank auch an die Sonne und den blauen Himmel,
eine Ahnung von Frühlingserwachen lag in der Luft.

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