Emma Hamilton – ein „It-Girl“ der Romantik

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Emma Hamilton, Portrait von George Romney
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Ein „It-Girl“ der Romantik? Emma Hamilton?

Ja, dieses Etikett trifft zu: was früher als „Frau mit dem gewissen Etwas“ bezeichnet wurde und heute als „Medienstar“ die Klatschspalten der Boulvardpresse füllt – man denke an Victoria Beckham, Paris Hilton, Lady Gaga oder Amy Winehouse, trifft auch auf Emma Hamilton zu, die vor rund 200 Jahren im Blickpunkt des öffentlichen Interesses stand, verehrt und verachtet.

Sie war eine außergewöhnliche Frau und führte ein außergewöhnliches Leben.

Der soziale Aufstieg eines Landmädchens aus einfachsten Verhältnissen in die höchsten adligen Kreise, legendäre Schönheit und Ausstrahlung, Liebesgeschichten und Skandale, Schicksalsschläge und das dramatische Ende eines aufregendes Lebens – diese Melange ist der ideale Stoff, aus dem Romane und Filme sind!

So begegnen wir Emma Hamilton z.B. in dem Biopic “Lord Nelson’s letzte Liebe“/1941 von Alexander Korda mit Vivian Leigh und Laurence Olivier oder dem Musical „My fair Lady“/1956 nach der literarischen Vorlage von George Bernhard Shaw’s Komödie „Pygmalion“, mit der Musik von Frederick Loewe und den Liedtexten von Alan J. Lerner.

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Emma Hamilton, Portrait von George Romney, ca. 1785
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Wer war diese Emma Hamilton? Was war und ist immer noch so faszinierend an ihr?

Hans-Martin Gäng hat sich auf Spurensuche begeben und viel Material gesammelt. In seinem Vortrag über „Das turbulente Leben der Lady Hamilton“ am 27. April zeichnete er den Lebensweg von Emma Hamilton nach, die vermutlich am 26. April 1765 – also fast auf den Tag genau vor 250 Jahren – im Nordwesten Englands als Amy Lyon zur Welt kam und eine erstaunliche Zukunft vor sich hatte…

Daten und Fakten ihres Lebens, das sie mit Charles Greville – William Hamilton, den sie 1791 heiratete und damit einen Skandal auslöste – und Admiral Horatio Nelson teilte, setzte Hans-Martin Gäng sehr anschaulich in Bezug zur Weltgeschichte und zu den gesellschaftlichen Veränderungen. Die Sittengemälde und Milieustudien von William Hogarth stellen dies hervorragend dar. Überhaupt waren die vortragsbegleitenden Bilder von Hans-Martin Gäng gut gewählte Zeitzeugnisse.

Nach dem Vortrag gab es eine lebhafte Diskussion: welche Stellung, welchen Einfluss hatte Emma Hamilton damals? Warum ist sie heute noch so präsent? Wie konnte sich ein Frauenleben um 1800 entfalten und wie hat sich das bis heute verändert…?

Fragen – Meinungen – und wieder einmal ein anregender WolfsbrunnenAbend!

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