Der Wolfsbrunnen von A bis Z

Es ist immer wieder spannend, wenn Folkwin Vogelsang in die Geschichte des Wolfsbrunnens eintaucht, neue Erkenntnisse vermittelt und sie auf unterhaltsame Weise mit seiner Familiengeschichte verknüpft.

Sein letzter Vortrag war lexikalisch aufgebaut – ein origineller Ansatz – und so ging die Geschichtswanderung diesmal in Stichworten von A bis Z, was für manche Heiterkeit sorgte, z. B. bei „XY – ungelöst“. Hier spielte Folkwin Vogelsang auf die Siegfried-Sage an und die Spekulation, dass Siegfried am Wolfsbrunnen ermordet worden sei. Der Fall ist tatsächlich ungelöst und bleibt es wohl auch…

Eine andere Sage durfte nicht fehlen, die unter „A“ für den Anfang der Wolfsbrunnengeschichte steht, nämlich für Jetta und ihr Schicksal. Doch der Sage stehen Tatsachen gegenüber: frühen Berichten zufolge soll es Wolfshäuser und Wolfskreiser am Wolfsbrunnen gegeben haben, deren Aufgaben Folkwin Vogelsang genau beschrieb.

Und so ging es weiter im Alphabet, das jede Menge Stichworte lieferte und dazu auch entsprechend viel Erzählstoff! „B“ für Brunnen – „C“ für Carl Ludwig, den Kurfürsten, der das Haus 1661 renovieren ließ – „J“ für Jagd – „K“ für einen Kiosk, der auf einem Foto von 1873 zu sehen ist. Angeblich wurde dort Schweizer Klöppelware verkauft. Aber auch „K“ wie Kachel war Thema; denn Folkwin Vogelsang hatte bei seinen Grabungen interessante Funde gemacht, die er auswertete, archivierte und zum Teil auch restaurierte (wir berichteten mehrmals und ausführlich darüber).

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links: Foto von 1873, rechts: restaurierte WB-Kachel von Folkwin Vogelsang 2014
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Gefunden hat Folkwin Vogelsang nicht nur Scherben, sondern auch manch anderes: verborgen im Hintergrund eines Wolfsbrunnenbildes entdeckte er ein Liebespaar! Der Ort hatte wohl eine gewisse Anziehungskraft für Verliebte, wie wir auch aus der Literatur wissen, z.B. aus August H. J. Lafontaine’s Roman „Clara du Plessis und Clairant“ (um1800).

Von „L“ wie Liebe ging es weiter bis zu „S“ wie Stil, wo es um die Architektur ging und unter anderem drei Entwürfe im Weinbrennerstil grafisch anschaulich erklärt wurden.

Und so näherte man sich langsam dem Ende des Alphabets, dem „Z“ wie Carl Zuckmayer, der in seiner Heidelberger Zeit mit Wilhelm Fraenger und seinem Kreis um 1920 den Wolfsbrunnen bespielte.

Geschichten von A bis Z - das Aufnahmevermögen war erschöpft, sonst hätte man gerne wieder bei „A“ angefangen. Aber das könnte man ja unter „A“ wie Abend mit Folkwin Vogelsang bald fortsetzen…

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