Bericht vom Juni-Stammtisch

Der Stammtisch am 21.6.2017 fand diesmal bei wunderschönem Sommerwetter vor dem Wolfsbrunnen an einem langen Tisch statt, und rundherum war reges Treiben an diesem schönen Standort.
Die vier Wölfe des Brunnen plätscherten leise, und Herr Tröger teilte mit den Stammtischteilnehmern seine profunde Kenntnis deutscher Literatur. Oder sollten wir sagen deutschsprachiger Literatur, denn bekanntlich war Gottfried Keller in der Schweiz geboren. Es ging darum, wie, unter welchen Umständen, und wie lange Gottfried Keller in Heidelberg weilte, und wie sich das akademische, intellektuelle und politische Ambiente in der Mitte des 19. Jahrhunderts präsentierte. Es entstand ein lebendiges Bild  zum Leben der Zelebritäten, die zu dieser Zeit in der Stadt lebten - und sich verliebten, wie zum Beispiel Anselm Feuerbach und Gottfried Keller - und das in diesselbe weibliche Person auf der anderen Seite des Neckars. Geblieben ist bei aller Unsicherheit um den tatsächlichen Verlauf der (Liebes-)Geschichte das schöne Gedicht Gottfried Kellers, in dem er beschreibt, wie er über die Neckarbrücke zu seiner Angebeteten pilgerte.
Obwohl Herr Tröger keine bekannte und auch keine spekulative Einzelheit ausliess, blieb zum Schluss, wie schon zu Beginn angedeutet, die Frage offen, ob Gottfried Keller nun am Wolfsbrunnen war oder nicht. Vielleicht schon, sehr wahrscheinlich doch - aber selbst Herr Vogelsang konnte mit all seiner Kenntnis den Beweis nicht erbringen. Entsprechend lebhaft war die Diskussion.
Der nächste Stammtisch ist am 12. Juli 2017 geplant. Folkwin Vogelsang wird auf besonderen Wunsch aus seiner langjährigen - lebenslangen! - Erfahrung mit dem Wolfsbrunnengelände und der Wolfsbrunnengeschichte erzählen. Alle sind gepannt und hoffen auf einen weiteren  wunderschönen Sommerabend.

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