Bericht vom Mai-Stammtisch

Am 24.5. fand der Mai-Stammtisch bei reger Beteiligung in der Gaststube des Restaurants Wolfsbrunnen in konzentrierter und fröhlicher Atmosphäre statt. Pünktlich um 19 Uhr waren alle durch das schöne Wolfsbrunnengelände bei Sonne, mit dramatisch aufgetürmten weissen Wolken, frischem Maiengrün und milden Temperaturen gekommen - denn genau um das ging es in der ersten Stunde. Moritz Trippo, Schüler am KFG, las seine Interpretation des Gedichts von Martin Opitz über den “Wolffsbrunnen” vor. Er berichtete, warum er das Gedicht ausgewählt hatte: da er nämlich den Platz kannte und in der Nähe wohnt - aber nicht ahnend, dass er in eine ihm zunächst fremde barocke Welt eintauchen würde. Er ging in klassischer Manier vor: erst die Metrik, die Reime, die Form. Dann musste der Inhalt, barock verkleidet, entschlüsselt werden. Keine einfache Sache, aber es gelang ihm mit Bravour. Alle hörten ihm interessiert zu und waren hinterher um Vieles klüger. Die meisten hatten das Opitzgedicht auf vielen Veranstaltungen des Freundeskreises immer wieder gehört - und nun endlich verstanden! Vielen Dank, Moritz!
Der zweite Teil des Abends war Conrad Ferdinand Meyer und seiner Novelle “Der Schuss von der Kanzel” bzw. ihrer Vorgeschichte gewidmet. Herr Tröger hatte alles zusammengetragen, was er brauchte, um das Studentenleben in Heidelberg  in der Mitte des 19. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen, nicht zuletzt geprägt durch den Studenten Victor von Scheffel. Er war Mitglied der Heidelberger Gesellschaft “Der Engere”, wie auch Christoph Schmezer, Pfarrer in Ziegelhausen. Herr Tröger trug die “wahre Geschichte” gekonnt und witzig vor, und nun wissen alle Anwesenden des Mai Stammtisches, was es mit dem Schuss auf der Kanzel auf sich hatte.
Der nächste Stammtisch soll am 14. Juni stattfinden. Als Thema ist  der Heidelberger Stadtwald geplant - seine Geschichte, seine Bedeutung für die Stadt - und wo er Teil des Wolfsbrunnens ist.
Gäste sind, wie immer, herzlich willkommen.