König, Geliebte und Gemahlin

Ein gut besuchter Vortrag im November führte uns in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts in Frankreich, eine Zeit der Religionskriege und der Renaissance in der Kunst. Hans-Martin Gäng berichtete mit gutem Bildmaterial über das Leben von König Henri IV. Wir Deutsche kennen Henri IV. von Frankreich (1553 - 1610) als jenen leutseligen Herrscher, der wünschte, „…dass jeder Bauer am Sonntag ein Huhn im Topf hat“. In Frankreich wird Henri IV. als Frauenfreund und Kriegsheld geachtet, als „Heinrich der Gute“ sogar verehrt. Ausgehend von einem Gemälde des 16. Jahrhunderts, das die wohlfrisierten, geschminkten und reich geschmückten Schwestern d`Estrées gemeinsam und zärtlich miteinander in der Badewanne zeigt, stellte uns Hans-Martin Gäng auch die sich wandelnde Badekultur und die Schönheitsideale jener Zeit vor.

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Peter Paul Rubens, Maria de Medici-Zyklus, Louvre, Paris
Amor zeigt Heinrich IV. ein Bild seiner Braut Maria de Medici

Gabrielle d`Estrées Leben als geliebte Mätresse des Königs endet jäh und dramatisch. Maria de`Medici als wenig geliebte Gattin des Königs, stritt sich mit diesem, aber auch mit dem gemeinsamen Sohn (Ludwig XIII.) und starb verbannt in Köln. Der König selbst, sein Leben lang Krieg führend und mehrfach die Konfession wechselnd, erlag nach 18 Attentatsversuchen dem Dolchstich eines Kapuzinermönchs.