Bericht vom April-Stammtisch

Beim Wolfsbrunnen-Stammtisch am 25. April 2019 erzählte Herr Tröger vom ehemaligen Herrengarten. Dieser erstreckte sich von der heutigen Märzgasse bis zur Theaterstraße und von der Hauptstraße bis zur Plöck. Er war ummauert und gegen die Plöck hin durch die Arkaden des Turnier- und Schießhauses abgegrenzt, diente gleichermaßen der  Nutzung, der Belehrung und der Lust, war kunstvoll angelegt mit Arznei-, Nutz- und exotischen Pflanzen, Gewächshäusern und Pavillons.

Von der Pracht ist nichts geblieben, nur der kleine Garten hinter der Providenzkirche.

Der Herrengarten war ein Werk des Pfalzgrafen und späteren Kurfürsten Ottheinrich. Ottheinrich war der Enkel Georgs des Reichen von Bayern- Landshut. Nach dem bairisch-pfälzischen Erbfolgekrieg und dem Tod der Eltern fiel das Herzogtum Bayern-Landshut an Bayern-München. Für die beiden unmündigen Kinder Ottheinrich und Philipp wurde das Fürstentum Pfalz-Neuburg an der Donau geschaffen, die sogenannte Junge Pfalz. Ottheinrich sollte sich später als schlechter Haushalter erweisen, die Ausgaben überstiegen bald die  Einnahmen, besonders durch die Sammel- und Bauwut Ottheinrichs . 1544 kam es zum finanziellen Zusammenbruch. Die Landstände, die Vertreter des Adels, der Geistlichkeit und der Städte, lösten den Landesherren  aus und übernahmen die Schulden. Ottheinrich wurde für drei Jahre der Regierungsgsgeschäfte enthoben und mit einer kleinen Rente nach Heidelberg geschickt, wo sein Onkel und früherer Vormund Friedrich II. Kurfürst war.

Ottheinrich bezog ein bescheidenes Doppelhaus am Kornmarkt und ging sogleich daran, einen alten Garten in der Vorstadt zum vielgerühmten Herrengarten umzugestalten. Als er 1556 nach dem Tod des Onkels Kurfürst wurde, hat er dieses Werk mit Fleiß und Kunst fortgesetzt.

Im 17. und 18. Jahrhundert verlor man das Interesse an einem Garten in der Stadt . Er wurde beschnitten, anderweitig genutzt und überbaut.

An die kurze geschichtliche Erzählung von Herrn Tröger schloss sich wie immer eine lebhafte Diskussion an, diesmal auch im Blick auf Gegenwart und Zukunft des Providenzgartens.

Den nächsten Stammtisch am 16. Mai will Herr Vogelsang den Kleindenkmälern im Wolfsbrunnen widmen.

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