Geschichts-Spaziergang voller Entdeckungen

Einen umfassenden Überblick über die lange Geschichte und die bauliche Entwicklung des Wolfsbrunnens erfuhren die zahlreichen Besucherinnen und Besucher beim letzten Vortragsabend des Jahres 2008.

Folkwin Vogelsang, durch seine Familiengeschichte und seinen Beruf  bestens vertraut mit der Geschichte des Wolfsbrunnens und seinem Gasthaus, zeigte mit einer Fülle von Plänen, Zeichnungen, Stichen, Aquarellen und Gemälden den langen Weg dieses besonderen Kulturortes in Heidelberg bis zu seinem heutigen Aussehen.

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Viele Quellfassungen, Fischbecken, Mauern, Terrassen, Anlagen, Gebäude sind zur Zeit nur noch in zahlreichen und weit gestreuten Abbildungen nachweisbar, vieles liegt buchstäblich unter der Erde und wartet auf Erhaltung, Pflege, Erforschung und Dokumentation.

WUSSTEN SIE,

  • dass am Wolfsbrunnen ein Steinbeil gefunden wurde, also vor vielen tausend Jahren dort Menschen zugange waren?
  • dass bereits 1580 ein Gebäude dort stand?
  • dass sicher schon lange vorher, aber seit dann der Wolfsbrunnen ununterbrochen genutzt und gepflegt wurde?
  • dass in vielen Karten/Lageplänen des 17., 18., 19. Jahrhunderts der Wolfsbrunnen mit seinen Teichanlagen und Gebäuden genau dokumentiert ist?
  • dass die vielen Quellen schon vor Hunderten von Jahren aufwändig gefasst, zugeleitet und genutzt wurden?
  • dass man dieses Wasser auf wenigen hundert Metern Länge bis zum Neckar in 5 bis 6 Becken zur Fischhaltung und die Rundwege um die Teiche zum Lustwandeln nutzte?
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  • dass 5 bis 6 Mühlen mit dieser Wasserkraft über viele Jahre betrieben wurden?
  • dass der Schlierbacher Dorfplatz, das Zentrum Schlierbachs, dort lag, wo heute die Unterführung unter der Bahn ist?
  • dass das Gasthaus lange Zeit ein Pyramidendach hatte, erst spät ein Satteldach folgte?
  • dass das Treppenhaus zu den oberen Stockwerken außen lag?
  • dass ein Weg am Hang hinter dem Eiskeller vorbei zu einer Scheune führte?
  • dass der Platz vor dem Gasthaus vor 200 Jahren viel kleiner und schmaler war?
  • dass schon vor langer Zeit ein Wolfskopf die Mauer zum Quellengarten schmückte?
  • dass man dort vor 180 Jahren hölzerne Plattformen in die Baumkronen setzte, um sich in luftiger Höhe bei Speis’ und Trank und Tanz zu amüsieren?
  • dass der im Frühjahr 2008 vom Brunnen gestohlene bronzene Wolfskopf weit über 100 Jahre alt ist?
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  • dass das erste Foto vom gesellschaftlichen Leben am Wolfsbrunnen von 1875 stammt?
  • dass zu dieser Zeit dort in einem Kiosk Schweizer Spitzen verkauft wurden?
  • dass schon zu dieser Zeit in einem eleganten gläsernen Anbau Feste stattfanden?
  • dass die Linde vor dem Gasthaus etwa 150 Jahre alt ist?
  • dass schon 1930 eine Wolfsplastik den verbliebenen Teich schmückte, aber 1970 verschwand?
  • dass noch immer ungeklärt ist, was es mit dem Heidenloch in unmittelbarer Nähe des Wolfsbrunnens auf sich hat?
  • dass das Gelände um das Gasthaus als archäologisches Denkmal besonders geschützt ist?

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WAS HABEN WIR AUS DEM VORTRAG GELERNT?

Der Wolfsbrunnen ist ein ganz besonderer Heidelberger Ort.

Alle, die Heidelberg besuchten, waren auch hier, keiner verließ unberührt diesen Ort. Viele Künstler spürten seinen Zauber und das unerklärlich Schöne dieses Tales und versuchten diesen besonderen Eindruck in Wort und Bild festzuhalten.

Es gibt in der langen Geschichte des Wolfsbrunnens noch einiges zu erkunden und zu erforschen, obwohl es so viele Darstellungen und Berichte gibt.

Eine behutsame Pflege, der Erhalt und die öffentliche Nutzung der Anlage und des Gasthauses sind unverzichtbar, viele Heidelberger Generationen und Stadtväter vor uns haben das seit 400 Jahren verantwortungsvoll geleistet.

Gut, dass es einen Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V. gibt, nicht wahr?

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