Lernort Wolfsbrunnen

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Kennen Sie einen interessanteren Lernort für die Schlierbacher Kinder als das Wolfsbrunnental? So vieles gibt es da zu entdecken und grundlegende Erfahrungen mit den Elementen und den Wundern der Natur können unsere Kinder dort machen.

Der Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V., zu dessen Zielen es gehört, auch zukünftigen Generationen dieses Kleinod an das Herz zu legen, arbeitet deshalb mit der Schlierbacher Grundschule seit der Vereinsgründung eng zusammen.

„Man schätzt und liebt nur, was man kennt!“, meint der stellvertretende Vorsitzende und Rektor i.R. Hans-Martin Gäng und beteiligte sich mit Vergnügen am Projekt „Wasser“ für die Zweitklässler, das Frau Seehase-Gilles aufwendig vorbereitet hatte.

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An vier Stationen lernten die Schlierbacher Kinder die physikalischen und biologischen Funktionen des Lebenselements kennen. Da wurde mit allen Sinnen geprüft: Hört sich das fließende Wasser überall gleich an? Wie können wir das Tropfen, Fließen und Rauschen benennen? Riecht Wasser? Welche Farbe hat das Wasser? Unterscheidet sich das Wasser des Wolfsbrunnens vom Wasser aus der Leitung oder der Flasche? Gibt es Unterschiede im Geschmack? Wie kalt ist das Wasser am fließenden Bach, wie warm ist es am Teichufer? Welche Kraft hat das Wasser? Wie schnell trägt es mein Schiffchen vom Start zum Ziel?

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Der ehrenamtliche Naturschutzwart Hans-Martin Gäng hatte mit Rektorin Seehase-Gilles am Teich ein kleines Labor eingerichtet und mit Argusaugen wurden die Lebewesen im Teich untersucht. Zunächst mit dem Auge, dann durch eine Leselupe, in einer Becherlupe, schließlich mit der stark vergrößernden Stereolupe, die sogar die „kullernden“ Blutkörperchen im Schwanz der Kaulquappen zeigten. „Immer schwimmen sie aus dem Blickfeld!“, seufzte manche Nachwuchsforscherin, „gerade dann, wenn ich sie betrachten will!“ Mit einem Spektiv konnte man das ferne Metallkreuz der Bergkirche betrachten: „Wenn dort jetzt eine Ameise laufen würde, könnte ich diese von hier sehen!“, staunte ein Schüler über die 60-fache Vergrößerung.

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Mit Bestimmungshilfen und Nachschlagebüchern wurden die Namen der sorgsam erbeuteten Lebewesen notiert und die Kinder erfuhren Neuigkeiten. Bald zeigten sie den nachfolgenden Kindern Staunenswertes: “Das sind keine Fetzenbeine, sondern Außenkiemen!“ Die Kaulquappen der Froschlurche gab es in allen Stadien zu bewundern, kleine, große, mit Schwanz, mit Hinterbeinen, mit Armen und Beinen, mit Restschwanz, ja sogar winzige ausgebildete Grasfrösche wurden entdeckt! Dass Wasserskorpione und Insektenlarven sich im Becherglas schnurstracks über die Kaulquappen hermachten, diese sich meist den Angriffen flink entzogen, beeindruckte die Kinder.

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Dass im Wasser herum tobende Hunde die glasklare Hülle des Laichs, die wie ein Vergrößerungsglas die Sonnenwärme auf das Ei lenkt, diese mit dem aufgewirbelten Schlamm trübt und damit den Nachwuchs im frühen Stadium tötet, wurde bestätigt: In diesen Tümpeln gab es keine Kaulquappen. Ruderwanze, Viereck, Strudelwurm, Wasserläufer, Libellenlarven, Schlammschnecke, alle wurden erkannt und betrachtet.

Dass alle Kleinlebewesen wieder zurück in ihr Lebenselement gesetzt wurden und die Kinder ermahnt wurden, diesen besonders wertvollen Lebensraum zu schützen, versteht sich. „Hier hat es mir sehr gut gefallen!“, lobte eine Schülerin Hans-Martin Gäng, „können Sie mit Ihrem Mikroskop und Fernrohr nicht jeden Mittag hier stehen?“

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