Am Wolfsbrunnen war viel los…

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Am Freitag und Samstag, 22. und 23. Februar, wurde im Wolfsbrunnengelände die WolfsbrunnenWerkstatt Nr. 5 abgehalten. Wer zufällig oder gezielt vorbeikam, wurde durch Arbeitsgeräusche auf den Anblick vorbereitet, der sich dann bot: das Landschaftsamt der Stadt Heidelberg war mit schwerem Gerät aufgefahren, hatte den großen Rundweg im Vorfeld planiert und zur Auffüllung mit Kies vorbereitet.

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Die vier Schlangenbänke am Weg über dem Wolfssteich waren eingerichtet, und Mitglieder und Freunde vom Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V. unterstützten die städtischen Arbeiter bei ihrem Tun: der Weg entlang des Quellgartens wurde freigeschlagen, Brombeeren entwurzelt und abtransportiert und am Waldrand im unteren Teil der Wolfsbrunnenanlage Bäume und Gebüsch beschnitten bzw. entfernt.

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Die freiwilligen Helfer des Freundesvereins waren vor allem damit beschäftigt, nach einem wohlüberlegten Plan den östlichen Waldrand, der in der vorigen Werkstatt freigelegt worden war, mit standortgerechten Pflanzen, vom Umweltamt ausgewählt, neu zu gestalten. Am Weg vom Tal zum Wolfsbrunnen

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und an der Zufahrt wurde ebenfalls gepflanzt. Wer das Wolfsbrunnen-Gelände vom Tal aus betritt, wird jetzt von einem Walnussbaum begrüßt.

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Der Unrat, der sich im Laufe des letzten Jahres angesammelt hatte - auch ein Dreirad und andere Metallteile waren im Gelände entsorgt worden - wurde gesammelt und abgefahren.

Zwischen dem Graben der Pflanzlöcher und den Schnitt - und Pflanzarbeiten blieb an beiden Tagen Zeit für den gelegentlichen Plausch bei einem Becher warmen Kaffees oder Tees.

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Zur Mittagszeit standen große Töpfe mit dem schon traditionellen Wolfs-Eintopf, diesmal gekocht von Freundinnen und Freunden, auf den weiß gedeckten Tischen unter den Kastanien und am Samstag auf der sonnenbeschienen Terrasse über dem Teich, vor dem (geschlossenen) Wolfsbrunnen-Restaurant, und reichlich gelieferter Kuchen konnte jederzeit zur Stärkung abgeholt werden.

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Der Höhepunkt des Arbeitswochenendes war zweifellos die Einweihung der vier historischen Schlangenbänke, die auf Veranlassung des Freundeskreises nach einem erhalten gebliebenen Torso nachgegossen und vom Landschaftsamt komplettiert worden waren. Jede Bank zeugt von großzügiger Spendenbereitschaft.

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Drei Spender dürfen in diesem Zusammenhang namentlich genannt werden: eine Bank verdankt der Freundeskreis Wolfsbrunnen Frau Dorothea Nobis, die bei ihrem runden Geburtstag ihre Gäste bat, dafür zu stiften.

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Eine weitere Bank wurde von einem Freundeskreismitglied gestiftet und in Vertretung von Leander, unserem jüngsten Mitglied, enthüllt - die dritte vom Ehepaar Rating, das „ihre Bank“ zum Ziel gemeinsamer Spaziergänge machen will…

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…und die vierte Bank finanziert der Freundeskreis selbst mit dem Segen des Landschaftsamtes, im Namen von Herrn Knöchel und Herrn Morr.

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Die Enthüllung der Bänke wurde begleitet von einem Festgedicht, das sich Frau Heidi Friedl erdacht hatte:

Glückseligkeit

Jetzt haben’s alle wohl vernommen,
die Schlangenbänke sind angekommen!

In allen Erdteilen
Schlangen verweilen.
Zu allen Zeiten
sie Legenden bereiten.
Jede Kultur, jedes Land sich mit Schlangen befasst,
mal hoch in Ehren, mal schrecklich verhasst.
Wir werden sie lieben, die Schlangenbank
mit Blick zum Wasser und über den Hang!
Auf ihr sitzen kann man viel Zeit versäumen
mit denken, mit lesen, mit gucken und träumen.
Mit warten, dass sich jemand neben uns setzt,
der auch ruhen möchte und nicht mehr hetzt.
Mit warten, dass ein Eichhörnchen bei uns verweilt
oder im Dämmern die Fledermaus eilt.

Das Glück hat die Bänke uns gebracht,
Glückseligkeit wird nun, was jeder draus macht!

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Die Anwesenden führten ein ausgiebiges Probesitzen durch - und damit sind die stilvollen Neuzugänge freigegeben für die Öffentlichkeit - der Freundeskreis wünscht den Schlierbacher und auswärtigen Besuchern des Wolfsbrunnens viele fröhliche Stunden mit romantischen Gesprächen auf den Bänken am Wolfsbrunnen.

Wolf(skopf) entwendet!
Wie so oft im Alltag muss neben dem vielen Positiven und Konstruktiven, über das berichtet werden kann, auch eine sehr bedrückende Nachricht verbreitet werden. Ende Januar, kurz nachdem bekannt wurde, dass das Wolfsbrunnen-Restaurant zur Zeit nicht bewirtschaftet wird, wurde einer der vier bronzenen Wolfsköpfe vom historischen Wolfsbrunnen, 1873 von R. Pelargus in Stuttgart gegossen, direkt vor dem Restaurant entwendet.

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Um weiterem Vandalismus vorzubeugen, wurden die anderen drei kostbaren Skulpturen sichergestellt. Der Dieb wird gebeten, seine Tat zu überdenken und den nicht zu ersetzenden Kopf wieder dorthin zu bringen, wo er ihn entwendet hat.

Das Wolfsbrunnen- Gelände ist ein Kleinod der Heidelberger Kulturlandschaft mit einer langen Geschichte, die es zu bewahren und fortzusetzen gilt. Der Freundeskreis vertritt das Anliegen vieler Heidelberger, vor allem Schlierbacher Bürger, diesen Ort zu bewahren, zu verschönern, zu hegen, zu pflegen, zu beleben und bittet um Mithilfe bei seiner ehrenamtlichen Arbeit. Ein solches Bemühen kann nur gelingen, wenn alle Besucher den wunderbaren Ort respektieren - und nicht demolieren.
Der Dieb wird gebeten, den Wolfskopf zurückzubringen!