So viele Quellen - so wenig genutzt!

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Etwa 30 Gäste nahmen im Jetta-Saal Anteil an den Ergebnissen der Forschung der Geographin Martina Strakova, die auf Anregung des Freundeskreis Wolfsbrunnen e.V. ihre Magisterarbeit über die Hydrogeographie und Wassernutzung am Wolfsbrunnen vorstellte.

Überaus beeindruckend, dass die alten Karten des Wolfsbrunnens aus den Archiven der Stadtverwaltung und der Heidelberger Stadtwerke durch ein modernes Darstellungsprogramm digital (ArcGis 9.2) an neueste satellitengestützte Darstellungen, Karten, Schnitte und Profile angepasst werden konnten und diese überlagerten Karten nun z.B. in Schrägsicht aus allen Perspektiven und Himmelsrichtungen das Gelände zeigen!

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(Karte groß)

So wurde uns deutlich, wieso ausgerechnet hier aus einem großen Einzugsgebiet das Wasser zu Tage tritt und über Jahrhunderte eine große Bedeutung für Schlierbach (5 Mühlen!) und die Heidelberger Wasserversorgung (Trinkwasserversorgung) besaß.

Dass seit 1997 die 15 Quellen des Wolfsbrunnentals nicht mehr genutzt werden, fast alle Quellen inzwischen nicht mehr zugänglich sind, selbst der Schlierbach fast vollständig unterirdisch dem Neckar zufließt, stimmte die Zuhörer traurig und passt zum desolaten Zustand des Gasthauses, dessen Zukunft noch immer völlig ungewiss ist.

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Frau Strakova erinnerte an die Geschichte dieser Nutzung, die seit dem 14. Jahrhundert belegt ist, aber bereits viel früher begann. Überaus schwierig war für sie die Erfassung der zahlreichen unterirdischen Zuläufe und gemauerten Fassungen.

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Neu war für wohl alle im Saal die Erkenntnis, dass der Wasserzufluss in das Wolfsbrunnental keineswegs durch die Wasserscheide auf den umliegenden Berggipfeln definiert und begrenzt ist. Die schräg liegenden geologischen Schichten, durch die Aufwölbung und den Einbruch des Rheintalgrabens vor hunderten von Millionen Jahren bedingt, leiten auch Wasser aus westlichen Gebieten jenseits des Königstuhls nach Schlierbach, - unterirdisch natürlich, denn oberirdisch wird der Westhang des Gebirges zur Rheinebene entwässert. So erklärt sich die ungeheure Wassermenge von etwa 1 113 00 cbm, die jährlich dem Schlierbachtal zugeleitet werden, wie Frau Strakova berechnete. Nur 262 000 cbm treten, vor allem aus der Hangquelle, Felsenmeerquelle und Rostquelle, an die Oberfläche. „Wo bleibt die Differenz?“ schmunzelte die Referentin. Nach Abschluss ihrer Forschungen wird sie ihre Ergebnisse in einem weiteren Vortrag darstellen.

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