Außer Knöterich und Spesen… nix gewesen?

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Außer Spesen und…Knöterich nix gewesen?

Der Gemeinderat hat am 17. November mehrheitlich beschlossen, die Gaststätte auf der Basis der Erbpacht zu verkaufen.

Dies ist eine Entscheidung gegen ein Kulturgut, gegen die traditionsreiche Gaststätte und auch gegen das Tal des Schlierbaches mit all seinen Besuchern und Bewohnern von Flora und Fauna.

Das Versprechen, vertraglich die gastronomische Nutzung und die Pflege der Kultur zu sichern, ist so dünn, daß es den ersten Gegenwind nicht überstehen wird. Ebenso wenig vertrauensvoll klingt der Hinweis auf das ‚Heimfallrecht’, das ebenfalls in einem Paragraphen niedergeschrieben werden soll.

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Mit dem Verkauf der Hauses wird ein Stück Heidelberger Bau- und Kulturgeschichte auf dem Markte feilgeboten. Der Markt handelt nach seinen eigenen Gesetzen, nämlich denen des Handels und des Profits. Kein Platz finden dort nonprofit-Produkte, um die es sich nun mal bei Kulturgütern handelt. Sie gehören in die Fürsorge der öffentlichen Hand, sprich Stadt.

Aufgabe war es über alle die Jahrhunderte hinweg, diesen Ort mit seinen naturräumlichen Gegebenheiten und seiner Geschichte zu bewahren und ihn immer wieder an die nächste Generation weiterzugeben.

Die Kurzsichtigkeit der Stadtverwaltung, aber auch großer Teile des Gemeinderates macht betroffen: man will den Wolfsbrunnen loswerden, dessen Alltag sicherlich nicht immer geräuschlos und hindernisfrei war. Und dennoch: er hat sich als Ort des Genusses, der Kultur und des Naturerlebens über 450 Jahre hinweg gehalten.

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Die vorgesehene Privatisierung des Hauses wird Auswirkungen auf das Tal mit Bach und Wiesen, auf Flora und Faune haben. Der Freundeskreis Wolfsbrunnen hat sich seit nunmehr 5 Jahren um die Pflege dieses Stückchens Erde gekümmert, mit Lust und Laune, immer vor dem Hintergrund, daß es sich hier um ein schützenswertes Kulturgut, bestehend aus Gasthaus und Wiesental mit Bach handelt und immer vor dem Hintergrund, daß unsere Arbeit als die Arbeit von engagierten Heidelberger Bürgern im Einvernehmen und in Kooperation mit den zuständigen Stellen des Rathauses verstanden wird.

Jetzt und hier und heute müssen wir erkennen, daß das Engagement des Freundeskreises zwar hochgelobt und mit einer Bürgerplakette versehen wurde, wenn es aber schwierig wird, der engagierte Bürger seine Schuldigkeit getan hat und bitteschön doch weiterhin sich dem Knöterichrupfen zuwenden möge.

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In all den Monaten, als wir uns um eine Lösung zum Verbleib in öffentlicher Hand bemühten, blieb die finale Unterstützung in Form von kommunalverträglichen Stiftungslösungen aus. Auch jetzt, auf den letzten Metern, wurde der Antrag auf Vertagung der Entscheidung im Gemeinderat abgelehnt. Grund der Vertagung ist der Vorschlag der Familie Hauschild aus der Leitz’schen Mühle, eine gemeinnützige Wolfsbrunnen Stiftung zu gründen, in die die Stadt das Haus einbringt und Bürger mit kleineren und größeren Spenden die Sanierung des Anwesens ermöglichen. Zweites Stiftungsziel wäre die Pflege dieses Ortes als ein Ort des kulturellen Gedächtnisses. Eine feine Sache!

Der Freundeskreis wird diese neue Initiative nach bestem Wissen und Gewissen und auf jeden Fall hoffnungsvoll unterstützen.

Außer Spesen und…Knöterich nix gewesen? NEIN!

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