Alles begann mit einem Apfel

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Lukas Cranach d.Ä., Das Paradies, 1530, Wien
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„Die Geschichte der Gartenkunst beginnt mit einem Apfel vom Baum der Erkenntnis und der selbstinszenierten Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, dem Garten Eden…“ - Kathrin Rating holte weit aus, schlug eine Brücke von Adam und Eva, dem verlorenen Paradies und der Sehnsucht der Menschen, es wiederzufinden oder ähnliches zu schaffen, bis hin zu den zahllosen Gärten und Parks, die überall und zu jeder Zeit diese Sehnsucht spiegeln - auch in Heidelberg!

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Im vollbesetzten Jetta-Saal der Gaststätte Wolfsbrunnen referierte Dipl. Ing. Kathrin Rating, Landschaftsarchitektin, über „Gärten der Heidelberger Altstadt“. Im Rahmen des Projektes Innenstadtentwicklung des Stadtplanungsamtes hat ihr Büro im Jahr 2008 das Thema „Heidelberger Gärten - Tradition & Zukunft“ bearbeitet, unterstützt u.a. von der Kunsthistorikerin Claudia Rink.
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Pläne um 1600 bis heute zeigen die Stadtentwicklung. Auf der Ansicht von Matthias Merian aus dem Jahre 1620 sieht man nicht nur die westliche Stadterweiterung, sondern auch die Nutzung der Vorstadt - überwiegend Gartenland. Auf weiteren Plänen und Luftbildern ist dann deutlich die zunehmende und bis heute anhaltende Verdichtung der Altstadt zu erkennen.

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Woher kommen die Gärten? Wie sind sie entstanden? Hierzu wurden diejenigen Flächen aus Archivalen zusammengetragen, die schon in der frühen Stadtgeschichte über Gärten im weitesten Sinne verfügten. Das sind zum einen Gärten an Kirchen, Klöstern und Spitälern bzw. Armenhäusern, zum anderen Gärten an Adels- und Bürgerhäusern sowie an kurfürstlichen Einrichtungen.
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Überlagerung historischer und aktueller Gartenflächen
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Der „Herrengarten“ zum Beispiel entstand zu Zeiten der Kurfürsten. Er lag zwischen Hauptstraße und südlicher Stadtgrenze und diente vor dem Bau des Hortus palatinus als Ort fürstlicher Geselligkeiten und Turniere. Vorgärten und kleine Hausgärten in der Landfriedstraße zeugen noch davon. Der Neubau der Jüdischen Studien hat nun allerdings ein weiteres Stück dieser Gartenfläche überbaut. Die innerstädtischen Freiflächen werden knapp - ‚Baustopp’ müsste die stadtplanerische Zielsetzung heißen!

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o.l. Altenpflegeheim St. Anna, o.r. privater Gartenhof, u.l. Haus der Rhenania, u.r. Café Schafheutle
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Mit vielen Beispielen aus Vergangenheit und Gegenwart machte Kathrin Rating die Heidelberger Gartenkultur lebendig: Klostergarten der Jesuiten, Haus Buhl, Palais Weimar, Palais Nebel, Villa Manesse, Café Schafheutle und viele mehr… auch der Wolfsbrunnen gehört natürlich dazu!

Für Heidelberg einen Gartenführer zu erstellen, ist Kathrin Rating’s lang gehegter Wunsch. Ein Gartenführer, „der die Heidelberger und ihre Gäste mit den in großen Teilen verborgenen Gartenschätzen zusammenbringt. Ein Gewinn für beide Seiten: die einen werden reicher in ihrem Erfahrungs- und Erlebnisschatz, die anderen - die Gärten - können sicherer auf ihre Zukunft blicken, ist doch das Wissen ‚um’ schon ein Schutz vor der Zerstörung und des leisen Verschwindens“

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